Abriss – Kill Your Idyll – Review
Es muss und wird immer rumpelige Punkbands wie ABRISS und kompromisslos gemeterte Platten wie „Kill Your Idyll“ geben. Ohne das Punkrockgericht einberufen zu müssen, ist klar, dass genau solche rasende Rumpelei das Genre überhaupt noch am Leben hält. Diese wie Pilze aus dem Boden sprießenden, systemtreuen Agendabhakerbands tun es mit Sicherheit nicht.
Es ist deutlich nachvollziehbar, dass ABRISS nicht aus Ermangelung handwerklicher Fähigkeiten ihre Riffs so garstig hacken oder Hektik als Stilmittel zur Vertuschung benutzen. Die Band weiß ganz genau, was sie auf ihrer mittlerweile dritten Platte tut, und schleudert ihre explosiven Kompositionen mit purer Absicht genau so ungeschliffen und mit kurzer Lunte in die Menge („Texte im Punk“).

Eskalation ohne Sicherheitsnetz
„Kill Your Idyll“ von ABRISS ordnet sich laut Label als Hardcorepunk ein, klingt aber eher, als sei Thrash- oder Speed Metal huckepack genommen worden. Einmal quer durch Deutschland gezetert, erzählt uns das Quartett musikalisch und inhaltlich seine Sicht der Dinge. Dabei treten ABRISS auch gerne mal ihre vermeintlich eigene Szene, lassen den Feenzauber weg und bedienen sich einer klaren und unmissverständlichen Sprache („Friedrich Schwers“). Eine Buchung auf dem Ruhrpott Rodeo könnte in Zukunft schwierig werden. ABRISS wirken aber kaum wie eine Band, deren Ziel es ist, in die bekannten Line-ups gebucht zu werden. Das ist pure Eskalation, ohne Pardon.
Harmonisches Gebrüll mitohne Substanz
„Kill Your Idyll“ von ABRISS wirkt auf den ersten Blick wie eine spaßig gemeinte Überspitzung und ein Austesten der Grenzen im Sinne von KOTZREIZ oder ERSATZKOPF. Schaut man sich die mitgelieferten Texte genauer an, wird klar, dass ABRISS das bierernst meinen. Kommentare zum Aufrüsten, zu konservativen Werten, zu Blablupp im Internet, zu Fatalismus, Kapitalismus im Punk und zum Abstumpfen im Alltag – genau so sollte man das unter der Fahne des Punks formulieren. Weniger Kleinklein, mehr selbst denken lassen.
Dauer: 16:10
Label: Spastic Fantastic
VÖ: 16.01.2026
Tracklist „Kill Your Idyll“ von ABRISS
Die Nazitante Vom Bodensee
Wundgelegen
Hitlerjugend
Vorwärts Vorwärts
Alle hassen Markus Söder
Biedermeier
Müser’s Kabinett
Geschichten aus der Anderswelt
Friedrich Schwers
Tiefer
Naturalschwachmat
Texte Im Punk
Wer Arbeiten Kann Kann Auch Trinken
Arbeit Ist Die Wärmste Jacke
Life Trap
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