Beans On Toast - The Inevitable Train Wreck

Beans On Toast – The Inevitable Train Wreck – Review

BEANS ON TOAST, dass das – und somit auch das aktuelle Album “The Inevitable Train Wreck” – irgendwas mit England zu tun hat, kann man schon ahnen. Jay McAlliste ist ein britischer Folk-Sänger, der seit 2009 jedes Jahr mindestens ein Album veröffentlicht hat. Und zwar nicht irgendwann, sondern normalerweise an seinem Geburtstag, wahrscheinlich als Geschenk an sich selbst. Es geht in seinen kratzig-sanften Songs um den Alltag, die großen und kleinen Hürden, die jeder nehmen muss. Um die Steine, die uns alle in den Weg geworfen werden. Die Steine, aus denen wir Limonade machen, über die wir springen oder einfach auch nur stolpern.

Beans On Toast, 2019

Bisschen brain zu den beans?

“He’s Got the Whole World in His Hand” auf der Flöte gefällig? BEANS ON TOAST setzt dies ganz selbstverständlich mit “England, I Love You” um. Ganz nebenbei verteilt er, schön auf Swing gebetet, einige deftige Schellen an die korrupten Vertreter seines Landes. Gelegenheiten, um Schlechtes zu tun, gibt es schließlich genug. “Saying Thank You To Robots” zaubert ein breites Grinsen auf die Gesichter der HörerInnen. Ja, was wären wir alle nur ohne Roboter? Von uns selbst geschaffen und von uns selbst geehrt und gefürchtet. Sie brauchen keine Pause, die verdammten Biester arbeiten die ganze Nacht durch. BEANS ON TOAST nähert sich der nahenden Digitalisierung auf seine ganze eigene schrullige Art und Weise.

BEANS ON TOAST klingen immer wie die perfekte Hintergrundmusik für das Restaurant “Crap Burger”, in dem Spongebob arbeitet. Immer so kurz vor Wahnsinn, aber auch angenehm zurückgelehnt und abgeklärt. „Extinction No.6″ macht uns den Untergang des Planeten dann schon fast schmackhaft, zumindest wenn Jay so fetzig und zynisch über verschmutzte Meere, schlechte Luft und aussterbende Tierarten singt.

Lässigste Schimpferei

„Rich vs Poor” steigt einfach mal verdächtig nah an der Intromusik von “Roseanne” ein und trappelt dann einmal launig durch das Minenfeld, das zwischen Arm und Reich regiert. BEANS ON TOAST haut Lines wie „You can’t start a union if no one is exploited” bierernst und staubtrocken raus, wie RON SEXSMITH in seinen besten Zeiten. Rein musikalisch wird auf “The Inevitable Train Wreck” natürlich auch etwas geboten, aber richtig Spaß macht der Quatsch erst, wenn man ihn versteht. BEANS ON TOAST ist mitnichten ein Schwätzer, der uns an seinen Hirnfürzen teilhaben lässt. Seine Texte sind gut durchdacht, noch besser pointiert und häufig (leider) wahr. “On & On” beschäftigt sich mit dem Hamsterrad, in dem wir alle weltweit in unterschiedlichen Geschwindigkeiten laufen und laufen und laufen…

Es muss ja irgendwie weitergehen. BEANS ON TOAST ist eigentlich genau wie das Gericht selbst. Bisschen mit Selbstekel gespickt, ungezügelt und irgendwie auch eine richtige gute Idee.

Dauer: 38:00
Label: Beans on Toast Music
VÖ: 01.12.2019

Tracklist “The Inevitable Train Wreck” von BEANS ON TOAST
World Gone Crazy
England, I Love You
Extinction No.6
Saying Thank You to Robots
Rich vs Poor
Logic Bomb
Mountains
Lost Poetry Department
Take Your Shit Home with You
Truth Be Told
On & On

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