Bottlecap - Off Pressure

Bottlecap – Off Pressure – Review

BOTTLECAP will ich gerne ohrfeigen, nachdem ich ihr Album “Off Pressure” zum ersten Mal gehört habe. Das Artwork ist massiv irreführend (ANGEL DU$T machen das auch gerne). Dass die geneigten HörerInnen hier eine explosive und gut durchdachte Mischung aus Rock, Punk und Grunge erwartet, ist anhand der Optik wirklich eine Überraschung. Und sorgt im Plattenladen leider dafür, dass BOTTLECAP unter Umständen länger im Laden bleiben, als sie es verdient haben. Die drei Kerls haben ein gutes Händchen für zackige Songs mit Hitpotential und kommen komplett ohne Anbiederung beim Mainstream oder Pop aus. Dass bei BOTTLECAP mit Gustav Påhlsson, Johan Reiman und Pontus Robertson gleich die ganze Band singt, sorgt für besonderen Kick.

BOTTLECAP, 2020

Schnörkelloser Krach mit Nachdruck

BOTTLECAP klopfen nicht an und bitten um Eintritt, ganz dreist stehen sie sofort mitten im Raum. Breit grinsend und ganz offensichtlich mit richtig viel Bock auf ihren eigenen Scheiß. Das Album “Off Pressure” glänzt mit vielen, positiven Querverweisen – einige Momente im Gesang erinnern an die Hochzeiten von BUSH (“Circle Bag”), es gibt dicke-Hose-Riffs wie bei SMOKE BLOW, einen Hauch KVELERTAK-Speed und so manche Erinnerung an die Anfänge der BEATSTEAKS (“Don’t Talk To Me”) – und bringen trotzdem ausreichend Einflüsse mit. Was sofort in Ohr sticht, ist die mitreißende Spielfreude. “Off Pressure” ist so aktivierend und frisch produziert, dass man sofort in den nächsten Club gehen, Bier trinken und vor der Bühne Popo wackeln möchte. “You can go full speed now, you can go supreme now” so poltern BOTTLECAP im schön bluesrockigen “Go Supreme”. Auch ohne das Gaspedal komplett durchzutreten, kann die Band überzeugen und richtig Alarm machen.

Lust auf noise explosion und beer infusion?

Sollte man zu den typischen Entweder-oder-HörerInnen gehören, ist “Off Pressure” eher nicht das richtige Album. BOTTLECAP haben ihre Waffen zwar gewählt – Gitarre, Bass und Schlagzeug – beim Genre sind sie aber offen für alles. Und irgendwie können sie auch alles und verpassen jedem der zehn Song einen eigenen, nachdrücklichen Moment, der im Gedächtnis bleibt. Das haben alle Schweden im Schlaf drauf, ganz gleich in welcher Sparte gelärmt wird. Abgesehen vom schnarchigen Cover, ist “Off Pressure” von BOTTLECAP also eine echt dufte Angelegenheit. Was noch fehlt, ist der feine Geruch von Schweiß, der ein oder andere Konzertfurz und eine schön laute Anlage, denn das hier ist auf jeden Fall für die Livesituation gemacht.

Dauer: 31:27
Label: Zorch Productions / Cargo
VÖ: 07.02.2020

Tracklist “Off Pressure” von BOTTLECAP
Off Pressure
Cannot See
Circle Bag
Perovic
I’m a Ghost
Don’t Talk to Me
Tame
Sign in Light
Go Supreme
The Shape of Everything

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