Lest die Review zu "Live in Brussels" von BRUTUS bei krachfink.de

Brutus – Live in Brussels – Review

Die belgische Post-Rockband BRUTUS gehört zweifelsohne zu den Bands, die man mal live gesehen haben muss. Mit „Live in Brussels“ legt das Trio nun bereits das zweite Livedokument vor – für Fans und Sammler auf jeden Fall ein Muss. Dass die Band zu dritt ein derartiges Soundbrett vorlegen kann, ist beeindruckend, und natürlich darf nicht unterschlagen werden, welchen mordsmäßigen Anteil Stefanie Mannaerts hat, die gleichzeitig singt, als würde jede Faser brennen und Schlagzeug spielt.

Das ist auf jeden Fall die geheime Zutat, und ausschlaggebend für den anhaltenden Erfolg von BRUTUS. Mittlerweile wäre es trotzdem interessant zu erfahren, wie sich die Musik wandelt, wenn man eine vierte Person dazunimmt und das Augenmerk vom Kern weglenkt. Gibt es dann noch mehr Fülle oder erschlagen die daraus resultierenden Variationsmöglichkeiten? „Unison Life“ ist auf jeden Fall als ein wegweisendes Album zu verstehen.

Lest die Review zu "Live in Brussels" von BRUTUS bei krachfink.de
BRUTUS 2025, Foto von Eva Vlonk

Ein Teil der Magie lässt sich nicht einfangen

„Live in Brussels“ von BRUTUS konzentriert sich natürlich auf die offensichtlichen Hits und das letzte Erfolgsalbum „Unison Life“. Wer die anderen Songs mag, findet einen Großteil davon auf „Live in Ghent“. Aber nun dürfen wir uns auf das Destillat von drei ausverkauften Shows im Ancienne Belgique freuen. BRUTUS sind schwer einzufangen – die besondere Atmosphäre aus Licht und den engagierten, aber nicht auf Selbstdarstellung abzielenden Dreien macht einen Großteil der Faszination aus. Es geht um die Musik bei BRUTUS, hier legen sie alle Kraft und Leidenschaft rein. Die Reaktionen des Publikums sind hörbar und transferieren zumindest einen Bruchteil der Faszination.

Vom Rausch zur Reflexion

BRUTUS halten sich mit der Interpretation der Songs auf „Live in Brussels“ größtenteils an den Plan. Die Platte ist eine Dokumentation ihres Könnens und des Status quo. Für Eskapaden oder gar Jams ist auf ihren Konzerten kein Platz, nicht mal großartige Tempoänderungen und auch sonst keine auffälligen Abweichungen von der Studioversion. Stefanie, Peter und Stijn sind diszipliniert – anders lassen sich diese groß angelegten Meisterwerke kaum erschaffen und auch nicht präsentieren. Wer hier frei fliegt, macht den Trick kaputt. Klare Fokussierung auf das Wesentliche. Die Tricks von BRUTUS liegen mittlerweile ziemlich offen – die Art, wie die Riffwände auf filigrane Strukturen prallen, und die Interaktion von Drums und Gesang sind klar nachvollziehbar.

Latte selbst hoch gelegt

Zum Anschnappen ist die Liveplatte „Live in Brussels“ von BRUTUS bestens geeignet, aber mit einem echten Konzert der Band nicht vergleichbar. Das Klatschen des Publikums bei „Liar“ wirkt auf Platte irritierend. Wer schon mal dabei war, weiß, wie packend die Vorstellung von BRUTUS ist. Nachvollziehbar, dass man auch etwas Kollektives beitragen möchte. muss. Blickt man auf die Diskografie der Band zurück, dann weiß man, dass ausgehend hiervon noch vieles möglich ist. Dieses Album fängt den Rausch jetzt nur teilweise ein – aber es zeigt, wie hoch die Band die Latte gelegt hat. Ab jetzt: Nur noch Vorfreude auf den next level.

Dauer: 61:32
Label: Hassle Records
VÖ: 28.11.2025

Tracklist „Live in Brussels“ von BRUTUS
Miles Away (Live in Brussels)
Brave (Live in Brussels)
Liar (Live in Brussels)
Justice De Julia II (Live in Brussels)
Storm (Live in Brussels)
War (Live in Brussels)
Victoria (Live in Brussels)
Have We Done (Live in Brussels)
Chainlife (Live in Brussels)
Space (Live in Brussels)
Fire (Live in Brussels)
Dust (Live in Brussels)
Paradise (Live in Brussels)
Desert Rain (Live in Brussels)
All Along (Live in Brussels)
Sugar Dragon (Live in Brussels)

Alben, die Dir gefallen könnten:
HUMANS AS ORNAMENTS – Flowers On Display
LONG DISTANCE CALLING – Live at Lichtburg
BRUTUS – Live In Ghent
STATUES – Dopamine
LEATHERETTE – Small Talk
BIRDS IN ROW – Gris Klein
DITZ – The Great Regression
STAKE – Critical Method
BRUTUS – Unison Life
Podcast Folge 80 mit PABST über “Crushed By The Weight Of The World”
STAKE – Love, Death And Decay
BJÖRK – Fossara
IRIST – Gloria
MACHINE HEAD – Øf Kingdøm And Crøwn 
HIROE – Wrought

BRUTUS bei Instagram

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert