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Bury Tomorrow – Cannibal – Review

Die britische Metalcoreband BURY TOMORROW zog die Veröffentlichung ihres fünften Albums “Cannibal” etwas nach hinten, wahrscheinlich wegen der Pandemie. Fans der Band dürfen sich jetzt auf Altbewährtes freuen und diejenigen, die der Band den nächsten Schritt zutrauen und endlich auf den großen Knall warten werden wieder vertröstet. Dabei ist das Quintett in so vielen Dingen besser ausgestattet, als andere und trotzdem hapert es am nachdrücklichen Songwriting.

Bury Tomorrow Photo Credit Sony Music
BURY TOMORROW 2020, Photo Credit: Sony Music

Immer schön im Wechsel

Mit ihrem Album “Cannibal” widmen sich BURY TOMORROW den persönlichen Kämpfen, wenn Selbstzweifel, Zwänge und Ängste einen scheinbar von innen auffressen. Ein dankbares Thema für ihren Sound, wenn BURY TOMORROW es nur nicht so vorhersehbar und egal umsetzen würden. Schlechte Stimmung wird mit harschen Shouts dargestellt. Hoffnungsvolle Momente werden klar und melodisch vertont. Dabei wird sich so penibel genau damit angewechselt, dass man meinen könnte, dass eine Stoppuhr die gerechte Verteilung beider Stilarten misst. Zwischentöne? Der nachvollziehbare und endliche Weg von Wut zu Hoffnung oder umgekehrt? Auf einen Höhepunkt hinarbeiten? Rein sanfte oder nur grobe Songs? Nope!

Wo bleibt der Knall?

Dabei fundet alles bei BURY TOMORROW auf einer mehr als soliden musikalischen Basis. Ausnahmslos jeder bei der Band, auch der Sänger Dani Winter-Bates, ist hervorragend an seinem Instrument. Es gibt Soli zum Niederknien, tolle Synthieveredelungen, schöne Übergänge und tolle, teils polyrhythmische, Schlagzeugarbeit. Aber… BURY TOMORROW kriegen einfach keinen richtigen Hit und nichts wirklich greifbares hin. Nach 14 Jahren darf man das aber durchaus erwarten.

Live knallt das

Die angekündigte emotionale Tiefe, will man der Band mitnichten absprechen, aber die Texte sind trotz der Thematik nicht sonderlich berührend. Der emotionale Funke springt also auch dieses Mal nicht über. Was bleibt sind 2, 3 gute Songs für die Playlist und die Anerkennung vor der handwerklichen Leistung. Und der Frust, dass der Knoten einfach nicht platzt. Live knallt sich das gut weg, aber “Cannibal” hebt sich in keiner Form von dem Mittelfeld des Genres ab.

Dauer: 41:58
Label: Music For Nations
VÖ: 03.07.2020

Tracklist “Cannibal” von BURY TOMORROW
Choke
Cannibal
The Grey (VIXI)
Imposter
Better Below
The Agonist
Quake
Gods & Machines
Voice & Truth
Cold Sleep
Dark Infinite

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