Lest die Review zu "Love Is Not Enough" von CONVERGE bei krachfink.de

Converge – Love Is Not Enough – Review

Die Hardcore-Instanz CONVERGE ballert uns mit „Love Is Not Enough“ einen bemerkenswert illusionenraubenden Albumtitel vor die Füße. Die Band bärbeißt sich allerdings so charmant hakelig durch die Tiefen und Abgründe der eigenen Seelen und unserer verkorksten Gesellschaft, dass man sich trotzdem abgeholt und eng verbunden fühlt. Staubtrocken und maximal hart abgemischt jagen uns die Amis in einer guten halben Stunde durch das Dunkel. Immer wieder schneiden sich scharfkantige und hochdramatisch aufgeladene Riffs aus dem Modder heraus und sorgen kurz für einen Hauch von Hoffnung.

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CONVERGE 2026, Foto von Jason Zucco

Brachiale Virtuosität

Mit ihrem elften Album „Love Is Not Enough“ untermauern CONVERGE ihren Ruf als eine der einflussreichsten Bands der Szene. Metal und Grindcore haben sie schon so eng mit ihrer eigenen Note verschweißt, dass beides kaum noch als eigene Genres angedockt wirkt. Jake Bannon hat in den letzten 35 Jahren nichts von seiner brachialen Stimmgewalt eingebüßt. Die Drums von Ben Koller und die Gitarren können so hoffnungsvoll agieren wie sie möchten, noch so harmonisch auffächern („We Were Never The Same“) – Bannon tritt alles ohne Umschweife geifernd in Grund und Boden. Aus dem Stand katapultieren CONVERGE jeden einzelnen Song mit der Wucht einer Atomrakete in die Luft und lassen Staub und Dreck über uns niederregnen.

Mut zur vollen Emotionalität

Aufgenommen von Kurt Ballou in den God City Studios, ist „Love Is Not Enough“ von CONVERGE kein Konzeptalbum über die stärkste Emotion überhaupt. Wenn man überhaupt von einem Konzept sprechen kann, dann ist es der Mut, mit jedem Lied sofort all in zu gehen. Trotzdem steht jedes für sich selbst, sodass Bannon sogar für jeden Track eine eigene grafische Darstellung erstellt, die die Instanzen im Himmel einer brennenden Welt gegenüberstellt.

Hört man Songs wie das wütend nach allen Seiten ausschlagende „Bad Faith“, ist klar, dass CONVERGE ihre Musik auch zur eigenen Entlastung machen. Ähnlich wie bei NAPALM DEATH – dieser ebenbürtige Querverweis sollte erlaubt sein – wirken Songs wie „Distract And Divide“ so unmittelbar hingebolzt, dass man es kaum mit überlegt strukturierten Emotionen zu tun hat. Scheinbar ungefiltert lassen CONVERGE hier Frust ab, metern ungebremst über alles und jeden hinweg. Man stellt sich bewusst in den Weg und genießt den harten musikalischen Schlag. Die Band schleudert uns in den Höllenschlund, ohne Filter, ohne Rücksicht.

Nur die Liebe zählt nicht

CONVERGE haben „Love Is Not Enough“ mit einigen musikalischen Falltüren gespickt. Unerwartet öffnet sich „To Feel Something“, schaltet von null auf Hardcore und schüttelt uns die letzten Gefühle kopfüber aus den leeren Taschen. Mit „Force Meets Presence“ erinnern uns CONVERGE daran, wo GOJIRA einst ihre mächtig walzenden Attacken gelernt haben, und prügeln uns dann durch eine imposante Thrash-Metal-Werksschau, mit der so niemand gerechnet hat. Wie krachende Feuerwerke schießen die Soli empor, erobern die Szene für einen Moment, bevor sie im Schatten der Musik verglühen.

CONVERGE widmen sich mit „Love Is Not Enough“ der Liebe mit der angemessenen Wuchte und leuchten in jede noch so dreckige Ecke. Die Band baut keine zweckmäßige Drohkulisse auf: „We can’t see the past when the present blinds. Love is not enough to fend off the scavengers“ ist so ernst gemeint, wie es klingt.

Dauer: 31:10
Label: Epitaph / Indigo
VÖ: 13.02.2026

Tracklist „Love Is Not Enough“ von CONVERGE
Love Is Not Enough
Bad Faith
Distract And Divide
To Feel Something
Beyond Repair
Amon Amok
Force Meets Presence
Gilded Cage
Make Me Forget You
We Were Never The Same

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