Crossed Barely Buried Love

Crossed – Barely Buried Love – Review

Mit “Barely Buried Love” hat die spanischen Dark-Hardcoreband CROSSED die Stimmung des Jahres schon am Valentinstag ganz gut vorhergesagt. Wer auf deftigen und ultradichten Hardcore mit Gekeife und unter der Schlammschicht versteckten Moll-Harmonien mag, der wird CROSSED lieben. Auch Fans von NAPALM DEATH, IMPLORE, NAILS und TRAP THEM sollten anbeißen.

CROSSED, 2020

Schon im Opener “Fading”, der mit der Wucht eines Lastwagens auf die HörerInnen prallt, machen CROSSED die aktuelle Gefühlslage klar. “I just wann die” wird hier gezetert, untermalt von einem Sound, zu dem man sich auch gut mit spitzen Fingernägeln einmal wild durchs Gesicht fahren kann. “Barely Buried Love” ist nicht zufällig der gewählte Titel, denn CROSSED lassen immer mal wieder sowas wie Hoffnung aufkommen (“Swallow”), bevor sie – selbstverständlich! – alles stilvoll niederwalzen. Wer auf guten Drumsound steht, wird bei der Band fündig und auch Fans von skurrilen stimmlichen Ausbrüchen werden an Songs wie “Colored Pain” ihre wahre Freude (sic!) haben.

Ohne Dreck geht hier nichts raus

Das herrlich hallige und krass hitverdächtige “Salivate” baut sich bedrohlich auf und kurz bevor man denkt, man könnte CROSSED entkommen, werfen die Kerls wieder die böse Schunkelmaschine an. Gebt dem Song eine andere Tonart und man könnte dazu Luftballons steigen lassen und Seifenblasen machen. Doch die Vier geben nichts raus, bevor es nicht komplett dreckverkrustet ist und wirklich ultraharsch klingt. Und die Taktwechsel sind ja auch so tanz- bzw. im Moshpit hart pogobar (“Ghost”, unfassbar gut!). Das Album hat etwas Reinigendes und ist mit knapp 25 Minuten Dauer auch genau richtig bemessen.

CROSSED überfahren uns mit einer nicht stoppbaren Wucht und nehmen dazu nicht nur puren Hardcore zur Hilfe. Es wird groovig und kurze post-rockige Szenen lockern “Barely Buried Love” auf. Ein Instrumentalsong beweist, dass CROSSED auch Recht behalten, wenn sie nicht brüllen. Das vermeintliche simple Artwork deutet die Spitzfindigkeit der Band an. Was genau will die Hand von der Frau? Ist es überhaupt eine Frau? Will die Hand beschützen, liebevoll streicheln oder der Person Leid zufügen? Ach so und eine Frage noch, was liebst du?

Dauer: 25:44
Label: Crossed
VÖ: 14.02.2020

Tracklist “Barely Buried Love” von CROSSED
Fading
Melencolia
Long Night
Swallow
Colored Pain
Scorched Flesh
Salivate
Shiver
Barely Buried Body
Ghost
No Love
Barely Buried Love
Saudade

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