Cruel Division – Carcosa (EP) – Review
CRUEL DIVISION aus Limburg wissen, wie man zum Punkt kommt. Auf ihrer EP „Carcosa“ reizt das Quintett die Extreme des Metals aus und destilliert alles auf fünf griffige Kompositionen, die einem Faustschlag gleichkommen. Dabei greift die Band in viele Töpfe, verrührt Death Metal und Black Metal mit Grindcore und Powerviolence. Das starke Artwork von Philipp Umscheid symbolisiert die Vorgehensweise von CRUEL DIVISION passend.
Um die mal guttural und mal gekreischten Texte von Tobias Stendebach (inklusive fiesem Luft durch die Zähne ziehen) spannt sich ein vielgliedriges Netz aus blitzschnell miteinander agierenden Instrumenten. Bass, Gitarre und Drums metern garstige Flächen, schlagen aber auch unisono Haken, was den Songs eine angenehme Lebendigkeit mitgibt.

Über den inneren und äußeren Verfall
Hört man CRUEL DIVISION genauer zu, dann wird schnell klar, dass sie uns bereits inmitten von „Carcosa“ wähnen. Unsere Welt aktuell als unheimlichen, dem Verfall geweihten Ort wahrzunehmen, ist nicht unbedingt zu raten, aber auch nicht sonderlich schwer. CRUEL DIVISION greifen den Zusammensturz hervorragend auf, lösen ihn mit Hardcore auf wie in „Bitter“ oder stampfen uns mit Grindcore und Death Metal („Temple“) in den Boden. Die mittlerweile elf Jahre Erfahrung hört man der Band an, auch wenn die Ursprünge klar sind, ist hier vieles originär und eben nicht tausendfach zitiert.
Underground mit Qualität
Wer Underground hören will, aber nicht auf Qualität verzichten mag, ist mit „Carcosa“ von CRUEL DIVISION bestens beraten. „Calcification“ baut schon BEHEMOTHsche Angriffe auf, spielt gekonnt mit Aufbau und genüsslicher Zerstörung der eigens geschaffenen Strukturen. Die Fülle innerhalb der Kompositionen ist deshalb bemerkenswert, da die Band niemals ins Schwafeln gerät. Alles auf „Carcosa“ wirkt massig und groß, obwohl jedes Lied ohne Überlänge auskommt.
CRUEL DIVISION ist eine von zahlreichen Bands, die auf überschaubarem Niveau veröffentlichen, aber wie die Großen liefern. Es können nicht alle gewinnen, aber ihr könnt glücklicherweise alles hören und hier mit „Carcosa“ auch mal abseits der groß angepriesenen Platten etwas Gutes finden.
Dauer: 19:14
Label: Cultkill Music & Santa Diabla
VÖ: 15.05.2026
Tracklist „Carcosa“ von CRUEL DIVISION
Carcosa
Bitter
Temple
Calcification
Amniotic Misery
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