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Danko Jones – Power Trio – Review

Die kanadische Rockband DANKO JONES meldet sich mit dem mittlerweile zehnten Album “Power Trio” zurück. Das Power-Trio besteht in diesem Fall aus Gitarrist und Sänger Danko Jones, Bassist John Calabrese und Schlagzeuger Rich Know. Mir ist ehrlich gesagt schleierhaft, wie man auf laute Gitarren stehen kann und an DANKO JONES irgendwas auszusetzen hat. Die Band kann sich wirklich, ohne Übertreibung, in die Riege von AC/DC und MOTÖRHEAD einreihen und wenn Sänger Jones sagt, dass er meint, gute Rocksongs seien “einfach zu schreiben”, dann kann er eben im Gegenzug auch drölfzig musikalische Argumente aus den vergangenen 25 Jahren (sic!) und seiner eigenen Feder vorweisen. Wenn die Gitarren losbraten und Jones seine groben Melodien in die Menge pfeffert, dann ist das schlichtweg Rock in seiner reinsten Form.

DANKO JONES 2021, Photo by Dustin Rabin

Einfach nicht klein zu kriegen

Auch “Power Trio” entstand zwangsläufig während und unter den Bedingungen der Pandemie. Eine Herausforderung, vor allem für eine Band wie DANKO JONES, die Kraft über Liveauftritte sammelt und diese dann versucht so gut wie möglich auf das Songwriting zu übertragen. Umso besser, dass man wirklich keine Abstriche machen muss. Im Gegenteil, eventuell hat sich da etwas anderes angestaut, dass nun beispielsweise über das laut krachende Riff-Monster mit Bluesnuancen “Blue Jean Denim Jumpsuit” kanalisieren kann. DANKE JONES sind auch 2021 keine Band, die man ignorieren oder nebenbei leise laufen lassen kann. Und zwar ohne inhaltlichen Nonsens oder die immer die gleichen Strukturen. Es gibt einige Songs auf “Power Trio”, die sich mit Beziehungen befassen (“Dangerous Kiss”) und “Raise Some Hell” thematisiert die Black Lives Matter-Proteste im Norden Amerikas.

Und auch nach so langer Zeit ist es immer wieder beeindruckend zu hören, wie der Kanadier sich mit seinem Gesang an den Takt anpasst und immer den richtigen Ton – emotional und handwerklich – trifft. Dass sich das Ganze auf die minimalste, aber effektive, musikalische Basis stützt und trotzdem knallt, wie eine große Armee aus Bässen und Gitarren… das ist der eigentliche Trick. Das kann man oder eben nicht.

Wenn “Let’s rock together” keine Floskel ist

Und so machen DANKO JONES auf “Power Trio” wieder genau das, was sie eben können. Rocksongs mit Widerhaken, die den Mainstream komplett ignorieren und genau deshalb für die Ewigkeit gedacht sind. Bleibt nur zu hoffen, dass man die Band auch bald wieder in Deutschland live sehen kann. Doch bis dahin fühlt sich das Album schon ein kleines bisschen nach live an, besonders wenn Drummer Rich Know ausbricht und “Dangerous Kiss” schon fast wie die perfekte Illusion klingen lässt. Und auch das punkige “Flaunt It” katapultiert einen gedanklich sofort in den nächsten schwitzigen Club. Abschließend also noch ein Lob an die Produktion, die wirklich verblüffend gut das bestmögliche Livefeeling für daheim vortäuscht.

Dauer: 30:01
Label: Mate In Germany / Tonpool
VÖ: 27.08.2021

Tracklist “Power Trio” von DANKO JONES
I Want Out
Good Lookin
Saturday
Ship Of Lies
Raise Some Hell
Blue Jean Denim Jumpsuit
Get To You
Dangerous Kiss
Let’s Rock Together
Flaunt It
Start The Show

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