Das Leck – Limonka – Review

Mit ihrem aktuellen Album “Limonka” haben sich DAS LECK – bestehend aus Jörn Birkholz und Stephan Groß – vergleichsweise kurz gefasst. Der Vorgänger umfasste 77 Songs, jetzt laufen wir bei “nur” 44 Minuten ins Ziel. Inhaltlich sind die Elektro-Punker komplett offen. Geschimpft wird über alles und jeden, mal mehr und mal weniger tiefgründig. Den bewusst rumpeligen Sound muss man mögen. 

Danach im Teich versenkt

DAS LECK texten über Corona (“Panda Nikogda” und “Messias der Mittelschicht”) und BJÖRK, manche Textzeilen sind spitz und treffend. Aber über allem auf “Limonka” schwebt das Wort Kunst. Trotz eindeutigem Punk, hat das alles schon fast zu viel Überlegung. Text und Musik rangeln miteinander und scheinen nicht wirklich aufeinander abgestimmt (“Zu Zweit Ist Zuviel”). Will meinen, dass Text und Musik jeweils gut sind, aber emotional nicht ineinander greifen. Kann man auch als Verweigerung empfinden. Unterm Strich nimmt das alles aber etwas zu viel Raum ein und konsequenter Abschliff würde hier und da guttun.

Kein Dada, aber auch

“Limonka” von DAS LECK ist ein schwerer Brocken, bietet zwar kurzfristig Impulse, hallt aber wenig nach. Als Support sicher angenehm exotisch. Gerade Songs wie “Erster Mai” oder “Josef der Zimmermann” walzen schön düster, aber der Text geistert einem mit Sicherheit nicht im Ohrwurmzentrum rum. Als Dada-Punk sind DAS LECK nicht abzutun, denn die Texte haben schon durchdachte und viele Ebenen (“Demmin”). Also meistens, aber eben auch nicht immer. Manches ist einfach aufgeblasener Käse. Klar kann man bei dem Sprechgesang an SLEAFORD MODS denken, aber dazu ist der Gesang von DAS LECK doch zu holzig und zu ungelenk.

So richtig weiß man “Limonka” nirgends hinzustecken. Gut so. Gebt niemals versehentlich “Das Leck Limonika” in die Suchmaschine ein. Mein erstes Ergebnis trug den Titel “Leck die Pisse vom Tisch”. 

Dauer: 44:29
Label: Fuego
VÖ: 08.01.2021

Tracklist “Limonka” von DAS LECK
Mobbing in der Gruppe 47
Die DNA des Vorgesetzten/Stahlblickern
Die Nackten und die Toten
Zu zweit ist zuviel
Kalte Küche
Erster Mai
Demmin
Björk schlachtet Wale
Josef der Zimmermann
Panda Nikogda
Messias der Mittelschicht
Ich bin die Mutter von Norman Bates
Kurztrip ins Herz der Finsternis
Unter Blinden 2.0
Sturz in den Mahlstrom
Kalte Küche (Das Gletschereis im Cockpit ist fast bezahlt – Version)
Demmin (Stillleben mit Sprengstoff – Version)
Vogelpark Walsrode

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