Death Lens – What’s Left Now – Review
DEATH LENS fläzen sich mit ihrer neuen Platte „What’s Left Now“ gemütlich zwischen alle Stühle und stricken darauf ihren ureigenen Sound weiter. Man merkt deutlich, dass sich das Quartett mit dem zwischen Roughness und Harmonie pendelnden Sound identifiziert und dass die Texte über Armut, Identität, Angst, Migration und soziale Ungerechtigkeit aus eigenen Erfahrungen gespeist sind. Die Hooks greifen sofort, die verbindenden Schwingungen von DEATH LENS wirken aufrichtig und ungekünstelt.

Bittere Partystimmung
2012 mit Garage-Punk gestartet, greift die Band nun frech in unterschiedliche Töpfe und schnappt sich von Szenegrößen genau den für sie passenden Aspekt. Pop-Punk, der nie zu schmierig wird, und die Kanten schlägt die Band über Hardcore oder Punk in die Songs. Niemals schlägt das Pendel zu doll aus, DEATH LENS servieren selbst die bitteren Texte ummantelt von ungezwungener Partystimmung („Useless“). Mit „What’s Left Now“ setzt die Band die Messlatte hoch und landet direkt eine der ersten positiven Überraschungen des Jahres.
Es muss doch immer weitergehen
Dass DEATH LENS zwei turbulente Jahre und den Wegfall von zwei Mitgliedern zu beklagen haben, hört man „What’s Left Now“ nicht negativ an. Sänger Bryan Torres gibt an, dass Stress und Angst ihn letztendlich zum Wachstum motivieren und er diese Herausforderungen also gerne in Chancen verwandelt. Diese Resilienz durchzieht jede Komposition auf der aktuellen Platte. Schon der Opener „Monolith“ überzeugt mit einem ungewohnt akustischen Einstieg, übergibt dann die Dominanz an die Drums und flankt uns einen starken Refrain in die Ohren.
Die richtige Mischung aus vielem
DEATH LENS halten sich nicht zurück und spielen sofort ihre Stärken aus. Dementsprechend begeistert geht man dann in den ersten Hit „Power“ über, der mit der Atmosphäre der Neunzigerjahre spielt und genau die richtige Dosis Skatepunk unter den angerauten und trotzdem tanzbaren Hardcore mischt.
Mit MILITARIE GUN haben DEATH LENS auf „What’s Left Now“ auch einen hochkarätigen Featuregast, die mit ihrem latent melancholischen Sound grandios andocken können. Selbst wenn der C-Teil eskaliert, hält die komplette Instrumentalfraktion sanft dagegen und bleibt auf dem bittersüßen Kurs. „Last Call“ dekonstruiert sich mit schmetternden Riffs und einem aggressiven Bass. Ein Refrain, der TURNSTILE oder COMEBACK KID würdig wäre, klopft sich dabei selbstbewusst auf die Schulter. Am Ende zieht sich der Song mit einem weit aufreißenden, fast schon hardcore-bluesigen Drum-Gitarren-Gefecht vom Abgrund weg.
Das Beste an der Platte ist sicherlich die Tatsache, dass sie eingängig ist, aber nicht auf billige Effekte setzt. Stattdessen wächst „What’s Left Now“ mit jedem Durchgang, und man wartet sehnsüchtig auf die nächste Abfahrt oder den nächsten kralligen Refrain. Tolle Platte, schnappt mal an.
Dauer: 33:19
Label: Epitaph / Indigo
VÖ: 24.04.2026
Tracklist „What’s Left Now“ von DEATH LENS
Monolith
Power
Out Of My Skin
Waiting To Know (feat. Militarie Gun)
Drown
Am I A Drug To You
Saints In The Panic Room
Off The Edge
Useless
Last Call
Pulling Teeth
Debt Collector
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