Teaser_Kolossus Daeaecht Folge 27

Der Quarantänekalender: Tipps und Tricks gegen Lagerkoller – Folge 27 mit Kolossus Däächt

KOLOSSUS DÄÄCHT aus Süddeutschland machen Garage-Rock und mit “Lipstick Love” liegt nun ihr erstes, sehr starkes, Album vor. Da sich Corona erstmal nicht in Luft auflösen wird, geht es natürlich auch mit dem Quarantänekalender weiter. Die vier Musiker – und Sockenmodells – von KOLOSSUS DÄÄCHT geben Auskunft darüber, wie es bei ihnen aktuell aussieht und wie sie sich die Zeit vertreiben.

Kolossus Daeaecht Bandfoto 2020
KOLOSSUS DÄÄCHT, 2020

Schlimmste Entbehrung, was fällt Dir an der aktuellen Situation am schwersten?

Stefan: Keine Gigs, keine Proben mit der Band, wenig Gründe aus dem Haus zu gehen. Langeweile. Aber was anderes ist momentan nicht drin. Angesteckt hat man sich auf einem Konzert einfach mega schnell. Ist mir ja auch passiert.

Was hast Du in den letzten Wochen neu gelernt?

Clement: Meine Koch-Skills sind um einiges besser geworden. Durch die Entschleunigung, nimmt man sich einfach mehr Zeit beim Zubereiten der Gerichte und überlegt sich länger als sonst, worauf man wirklich Lust hat, was einem gerade guttut und wie gewisse Zutaten zusammenpassen bzw. sich ergänzen.

Schönste hilfsbereite Aktion, die Dir selbst passiert ist oder die Du beobachtet hast?

Benedikt: Ich habe ein Bier an einen Fremden verschenkt, obwohl mir Geld von ihm angeboten wurde. (true-story)

Kreative Köpfe laufen auf Hochtouren, so viele Menschen haben starke, tolle Idee, die uns die Situation erleichtern. Welche ist Dir besonders aufgefallen?

Dennis: Ich finde sehr cool, zu sehen, dass nicht mal eine Pandemie Bands daran hindern kann, Musik zu machen und Möglichkeiten zu finden, um ihren Sound zu präsentieren. Das merkt man an den unzähligen Live-Videos die Bands in letzter Zeit ins Internet stellen und das, obwohl sie manchmal vielleicht technisch nur begrenzte Möglichkeiten haben.

Deine Filmtipps für die Zeit während der Pandemie?

Dennis: Auf Netflix…

Benedikt: LIVING WITH YOURSELF!!!!!!

Stell Dir vor, Joe Exotic wäre 2016 tatsächlich Präsident geworden, was hätte sich in USA in den letzten vier Jahren wohl geändert?

Dennis: Wahrscheinlich nicht besonders viel. Aber dieser Meinung bin ich vielleicht, gerade weil Trump und Joe Exotic ähnlich narzisstische Persönlichkeiten zu sein scheinen. Es würde auf alle Fälle dem Wahnsinn, der momentan in den USA abgeht, in nichts nachstehen.

Corona ist aktuell das allseits beherrschende Thema. Welches Thema fällt aktuell leider runter, ist aber trotzdem wichtig?

Clement: Bei all der Solidarität, die momentan so hoch gepredigt wird, kristallisiert sich dennoch eine Art privilegierter Egoismus heraus. Damit meine ich konkret wie die EU mit der Situation in den Flüchtlingslagern wie z. B. in Moria umgeht. Außerdem sollte, viel häufiger und mutiger über das Thema des “Bedingungslosen Grundeinkommens” gesprochen werden. Ein solches, hätte nämlich einigen Leuten schon zu Beginn der Krise den Arsch retten können. Eine Pandemie wie diese, kann in der heutigen Zeit immer wieder kommen und gerade freischaffende und Kleinunternehmer*innen, würden durch solch ein Einkommen nicht vor dem finanziellen Aus stehen.

Podcasts werden mit erhöhter Frequenz gesendet. Stars und Sternchen ballen auf allen Social-Media-Kanälen und täglich gehen mehrere Livestreams gleichzeitig ins Rennen, sodass man sich kaum entscheiden kann. Was davon kannst Du empfehlen, was gibt Dir emotionalen Halt?

Stefan: Parcels Live in Studio, Billie Eilish & Finneas Livestream Concert, Leland Sklar, spielt seine größten Bass-Songs im Livestream

Dein Musiktipp für bzw. eher gegen die Krise?

Stefan: Mission Lifeline Soli Sampler „NO WAY BACK“

Dein Buchtipp, um sich die Zeit zu vertreiben?

Benedikt: “Der erste Kreis der Hölle” von Alexander Solschenizyn und “Exodus” von Leon Uris

Tim Mälzer kann nach Hause gehen, Dein Rezepttipp?

Stefan: Das Schönste ist das Frühstück. Jeden Tag Spiegelei, Shakshuka, oder ein richtig fettes Müsli mit frischem Obst, Nüssen und Joghurt zu essen ist einfach ein unvergleichbarer Luxus.

Wie schützt Du Dich, grundsätzlich, wenn Du aktuell das Haus verlassen musst?

Benedikt: Ich wohne im Ghetto, in München-Laim. Wer hier das Haus verlässt, spielt mit dem Feuer. Dummerweise habe ich letztens mit dem Feuer gespielt und musste dann das Haus verlassen.

Pflegepersonal, ErzieherInnen, Ärzte, Postangestellte, Supermarktangestellte… es gibt so viele Menschen, die keine Pause oder Homeoffice als Option haben und aktuell unter Hochdruck und teilweise schlechten Bedingungen arbeiten müssen. Wer ist Deine Heldin oder Dein Held in Deinem Umfeld und warum?

Clement: Ich arbeite selbst in der Pflege und kann das gut nachvollziehen. Habe aber auch einen riesigen Respekt vor den Leuten, die in den Supermärkten arbeiten und noch mieser bezahlt werden, als Leute in der Pflege.

Was wird die Gesellschaft wohl aus der Pandemie lernen?

Dennis: Ich glaube, dass die Gesellschaft schon einiges aus der Pandemie gelernt hat. Es haben zumindest viele Leute erfahren, was es für jeden individuell bedeutet, soziale Kontakte auf ein Minimum zu beschränken. Ich vermute, dass sich die Gesellschaft in Zukunft mit allen Mitteln dagegen wehren wird, erneut auf Eis gelegt zu werden. Ich hoffe nur, dass das nicht in Form einer Masse aus Wissenschafts-Leugnern und Verschwörungstheoretikern ausartet.

Gibt es Menschen in Deinem Umfeld, mit denen Du jetzt zum ersten Mal sprichst oder die Du plötzlich in einem anderen Licht siehst?

Clement: Wie die Regierung in der Krise handelt, spaltet gerade ein bisschen die Gesellschaft. Ich bin gleichermaßen, überrascht, schockiert und genervt, was manche Leute aus meinem Umfeld im Internet zu dem Thema von sich geben. Bin gespannt zu welchen Diskussionen es führen wird, wenn man die Leute wieder zu Gesicht bekommt. Vielleicht ist das aber auch nur ein temporäres Medien-Phänomen. Leute, unterschätzt das Ganze bitte nicht. 😉

Artikel über KOLOSSUS DÄÄCHT:
KOLOSSUS DÄÄCHT veröffentlichen Video zu “Cold Soup”
KOLOSSUS DÄÄCHT – Lipstick Love

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