Lest die Review zu "Doomsday" von DESERTED FEAR bei krachfink.de

Deserted Fear – Doomsday – Review

DESERTED FEAR sind zweifelsohne eine der besten und sympathischsten Metalbands und “Doomsday” ist ihr stärkstes Album bisher. Als das Thüringer Trio vor gut 10 Jahren auf der Bildfläche erschien, gleich mal von Großmeister Dan Swanö produziert, war aber sowieso klar: Die kommen, um zu bleiben. Seitdem haben Mahne, Fabian und Simon immer stark abgeliefert, und zwar weit über Durchschnitt.

Mit ihrem mittlerweile fünften Studioalbum beackert die Band wichtige Themen, und zwar nicht nur lyrisch, sondern auch sehr beeindruckend emotional und auf musikalischer Ebene. Abgesehen von den groben und trotzdem klebrigen Hooks, spielt die Musik eine sehr große Rolle, reißt oft aus und erzählt eine ganz andere, bittersüße Geschichte über Angst, Untergang, Korruption und Zerstörung.

DESERTED FEAR, 2022

Verzweiflung und Resignation in unterschiedlichen Ausprägungen

“transform your hate” so lauten die ersten gesungenen Worte auf DESERTED FEARs “Doomsday” und wenn man jemand diese in letzter Konsequenz lebensbejahende Einstellung abnimmt, dann ja wohl den Dreien. Trotzdem ist das Album stark von Verzweiflung geprägt und stellt unterschiedliche Ausprägungen von Resignation aus. Schaut man sich die Kompositionen mit der großen Lupe an, kann man gar nicht nur von Death Metal sprechen, selbst mit dem Präfix Melodic deckt man lange nicht alles ab.

DESERTED FEAR spicken öfter mal beim Thrash und koppeln häufig schon fast progressiv ab. Mit diesem Album hat sich die Band deutlich von Vergleichen freigespielt, das ist ihr ureigener Sound und ihr ganz eigenes, bewährtes Rezept.

DESERTED FEAR, Logo 2022

Hier ist nichts beiläufig, jeder Song zählt

Es gelingt ihnen auf unterschiedliche Arten, ihr Publikum umgehend für sich einzunehmen. Manchmal sind es die Gitarren (“Idols Of Triumph”), dann wieder akzentuierte Refrains (“Follow The Light That Blinds”, “The One Desire”, “Voices Of Fire”). Es gibt keinen Song auf “Doomsday”, der einfach so vorbeizieht, alles hinterlässt Eindruck. Aufgenommen wurde wieder in den Eisenstudios in Jena, die Band kennt sich dort aus und weiß, wie ihr Sound optimal in Szene zu setzen ist. “As It Ends” mag auf den ersten Blick lediglich ein Interlude sein, aber es steht exemplarisch für die Mühe, die DESERTED FEAR in die Feinheiten gesteckt haben. Das hört und spürt man, “Doomsday” profitiert enorm davon.

Melodien und Attacke im Einklang

Simon nagelt häufig alles in Windeseile fest und genauso gut, wie DESERTED FEAR mit Melodien auflockern können, können sie auch ganz schnell einkesseln, sodass kein Blatt mehr zwischen den dichten Sound passt. Letztendlich macht einfach jeder der drei Kerls einen sauguten Job und liefert das Optimum ab. “Call Of Emptiness” befriedigt Puristen genauso, wie diejenigen, die es gerne mal etwas verspielter haben. Ohne unangenehm schmalzig zu werden, gelingt es DESERTED FEAR tatsächlich viele emotionale Gänsehautmomente zu integrieren, die man ihnen komplett abnimmt, ohne sich manipuliert zu fühlen.

So steckt zwischen dem ganze Geballer und Gebrülle doch eine Menge Verbindendes, mal ganz abgesehen davon, dass DESERTED FEAR reale Missstände benennen und nicht über Drachen und imaginäre Schlachten palavern.

Dauer: 41:27
Label: Century Media
VÖ: 04.03.2022

Tracklist “Doomsday” von DESERTED FEAR
Intro
Part Of The End
Idols Of Triumph
Follow The Light That Blinds
Fall From Grace
At Its End
Reborn Paradise
The One Desire
Call Of Emptiness
Voices Of Fire
Doomsday
Funeral Of The Earth
Artifacts Of The Black Rain [Cover Version]

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