Artwork von Wandel, dem zweiten Album von Die Arbeit bei krachfink.de

Die Arbeit – Wandel – Review

Mit ihrem neuen Album “Wandel” stößt uns die Dresdner Band sanft in das Vakuum, welches alle manchmal umgibt. Eingehüllt in Lethargie, Zweifel und Melancholie, drehen sich die Gedanken dauerhaft im Kreis. Manches löst sich und der nach vorne treibende Post-Punk kann dabei hilfreich sein, auch von vielem endlich ablassen zu können.

DIE ARBEIT befassen sich mit dem Individuum und schlagen immer wieder Brücken zu der Rolle, die wir alle in der Gesellschaft einnehmen und unsere Beiträge zum großen Ganzen. Während man beim letzten Album noch Referenzen zu dieser und jener Band ziehen konnte, springt uns der MESSER-Vergleich bei “Wandel” mit dem nackten Arsch ins Gesicht.

Foto von der Band DIE ARBEIT von Tine Jurtz bei krachfink.de
DIE ARBEIT, 2022 Foto von Tine Jurtz

Angenehm dunkler Grundtenor

Trotz der tendenziell eher melancholischen Grundstimmung, zieht “Wandel” von DIE ARBEIT nicht herunter. Es gibt viele Momente, in denen die Band heilsame, musikalische Flächen auslegt oder einen schönen Refrain präsentiert. Das sticht dann jeweils so auffällig hervor, dass es sich wie Luftholen oder eine liebevolle Umarmung anfühlt.

DIE ARBEIT lassen auch den Aspekt des Frustablassen durch Tanzen nicht außer acht, auch hier hat Post-Punk einiges zu bieten (“Im Tunnel”). Sänger Maik Wieden schleudert uns dazu stechende Wortfetzen auf die pulsierende Rhythmusfraktion. Was wir daraus machen, bleibt größtenteils uns überlassen. Er ist ein Meister der Assoziation, führt gerade so viel aus, wie nötig.

Düstere Projektionsfläche

Und wieder bilde ich mir Splitter von Black Metal im Sound von DIE ARBEIT zu hören. Es sind nicht die rasenden Attacken, die sie einfließen lassen, sondern eher die schleppenden, ultradüsteren Atmosphären (“Scherben”). Besonders gut gefallen DIE ARBEIT, wenn sie den Hörerinnen und Hörern die Möglichkeit geben, das Gesungene zu verinnerlichen. Wenn die Instrumente ihrer Interpretation der Texte anfügen und man die Gedanken für ein paar Sekunden, ohne weitere Beeinflussung durch noch mehr Inhalt, sacken lassen kann (“Im Freien Fall”).

“Wandel” ist tatsächlich destruktiv im positiven Sinne. DIE ARBEIT legen Emotionen offen, zerschlagen dann alles, und zwar durch Repetition und Renitenz. Am Ende bleibt die weiße Leinwand, bereit für den ersten, neuen Strich.

Dauer: 35:02
Label: Undressed Records / Edel 
VÖ: 08.04.2022

Tracklist “Wandel” von DIE ARBEIT
Kaugummi im Haar
Probleme
Dinge Passieren
Wir wissen nichts
Wandel
Im Tunnel
Scherben
Freier Fall

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