Lest die Review zu "The Change Is Me" von DOODSESKADER bei krachfink.de

Doodseskader – The Change Is Me – Review

Das belgische Duo DOODSESKADER (dt. Todeskommando) zeigt sich mit seinem dritten Album „The Change Is Me“ als wahrer Formwandler. Die explosive Mischung aus Noise-Rock, Industrial und Gabba macht mordsmäßig Spaß. Statt ohne Unterlass mit Bassbomben oder Hauruck-Riffs zu arbeiten, sprengen die beiden eigentlich jedes Genrekonzept mühelos.

Die Kompositionen sind gesprenkelt mit Splittern aus Wave, Grunge, Pop und Post-Punk. Alles aufgesetzt auf einem düsteren und beeindruckend lässig vibrierenden Boden. Während die Beats trotzdem Wände einreißen, kommen uns die Musiker Tim De Gieter und Sigfried Burroughs im Verlauf der Platte beängstigend nah. Was die beiden Freunde da geschaffen haben, ist schon fast zu groß, um vollständig verstanden zu werden.

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DOODSESKADER 2026, Foto von DLungu

Formwandler im Klang

„The Change Is Me“ von DOODSESKADER ist keine Platte, die einen auf den ersten Blick stark fordert. Dominant konzipiert, scheint man die Wucht schnell erfasst zu haben. Es sind die tatsächlich spürbaren Kämpfe, die man zwischen den Tönen wahrnimmt. Dass und die Tatsache, dass „The Change Is Me“ einerseits unverkrampft wirkt und doch prall voll ist mit liebevollen Sounddetails und emotionalen Ausbrüchen, machen das Album besonders.

Der Opener „Glass Mask On“ tarnt sich als brachialer Clubhit. Zum Einstieg setzt die Band musikalisch Alarm und steht sofort mit beiden Beinen in der Tür. Der einprägsame Refrain täuscht an, dass die beiden den einfachen Weg gehen, um im Gedächtnis zu bleiben. Dem ist aber nicht so: Das getunte und von Bassknurren unterlegte „Please Just Make It Stop“ ist tiefschwarz angestrichen und auch inhaltlich ein bitterer Abgesang auf die vorhersehbare Musikszene.

Vorhersehbar zu sein, ist kein Vorwurf, den man „The Change Is Me“ von DOODSESKADER machen kann. Überfordern tun sie auch nicht, sie sind einfach nur abweichend vielseitig. „No Laughter In Me“ pendelt zwischen Trap und Hardcore. DOODSESKADER beherrschen die grundsätzlichen Tricks von einigen Genres und wissen, wann man welche Karte spielen sollte.

Klassikerflair trifft Moderne

Obendrauf ist das Album stark produziert, sodass jede Nuance passend klingt und sich entweder abhebt oder angenehm unterordnet. „Weaponizing My Failures“ mutet dann beinahe wie ein Klassiker aus den Achtzigerjahren von DEPECHE MODE an, den man mit den Möglichkeiten von heute ausgestattet hat. Gleichzeitig erinnert vieles auch an NINE INCH NAILS oder PUSCIFER.

Meisterwerk im Finale

Es ist wichtig zu wissen, dass DOODSESKADER mit „The Change Is Me“ niemanden imitieren, sondern in jeder Minute eigenständig klingen. Sie schöpfen einfach nur aus allen Töpfen, naschen hier und da und machen die Lorbeeren der anderen zu ihren ganz eigenen Trademarks. Das ist viel wert – das können so authentisch nur wenige Bands. Als ob es Teil des Plans wäre, läuft im Finale „Suffering In Technicolor“ alles zusammen.

DOODSESKADER scheinen alle Knöpfe gleichzeitig zu drücken, zeigen uns ihr Meisterwerk – das Best of dessen, was wir bis hierhin gehört haben. „The Change Is Me“ hat wahnsinnig viel zu entdecken, belohnt mit massig nerdigen Highlights und einem emotionalen Höhepunkt zum Ende. DOODSESKADER machen hier eine Reise, und wir sind dabei.

Dauer: 39:11
Label: 45 Records
VÖ: 03.04.2026

Tracklist „The Change Is Me“ von DOODSESKADER
Glass Mask On
Celebrity Culture Simp Farm
Please Just Make It Stop
No Laughter Left In Me
Weaponizing My Failures
Unthinking My Every Thought
Insignificant Other
It Keeps On Stinging
I Took A Pill In Vilvoorde
Suffering In Technicolor

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