Double Crush Syndrome - Death To Pop

Double Crush Syndrome – Death To Pop – Review

DOUBLE CRUSH SYNDROME machen es sich mit ihrem zweiten Album “Death To Pop” unnötig selbst schwer. Den Mund erstmal ordentlich vollgenommen, umschiffen sie dann jeden wirklichen Arschtretmoment und verseifen ihre guten Ansätze selbst mit Anlauf und offensichtlich nichtsahnend. Ex-SODOM-Gitarrist Andy Brings und seine Kollegen, der Drummer Markus Herzog und Bassist Slick Prolidol, haben dreckigen Sleaze mit dicker Hose im Visier und landen am Ende viel zu häufig bei total egalem, formelhaften Hard Rock.

Auf 33 statt 45

Etwas mehr, tatsächlich in die Songs transferierte, Selbstironie hätten “Death To Pop” wirklich gutgetan. “Souls To Sell” oder das zackige “We Cannot Be Ruled” fehlt es sicher nicht an den handwerklichen Fähigkeiten oder dem grundsätzlichen Talent gute Songs zu schreiben. Allerdings haben DOUBLE CRUSH SYNDROME so erschreckend wenig Kraft in Sound und Vortrag investiert, dass die guten Ansätze umgehend im Nichts verpuffen. In anderen Momenten betätigen die Songtexte den zerstörerischen Selbstauslöser (“I’m In Love With You”, “Mistakes We Love To Make”), teilweise auch noch schön anstrengend mit unnötig reingeschmuggelter Kopfstimme oder Axl-Rose-Verbeugungs-Ahhs. “Tonight” versucht den HörerInnen mit aller Gewalt einen Refrain mit Ohrwurmcharakter in Hirn zu hämmern, der aber eben keiner ist und auch durch drölfhundert Wiederholungen nicht besser wird.

Pop von gestern

Die Idee, den Pop wieder zurückzuerobern, ihn mit Gitarren zu tunen und sich somit auch mehr gesellschaftliche Mitgestaltung zu sichern, ist grundsätzlich ok. DOUBLE CRUSH SYNDROME scheinen allerdings lieber den alten Pop rezitieren zu wollen und sich nicht willens tatsächlich etwas Neues zu entwickeln und damit zeitgemäß zu sein. Genau das tut Pop aber, er orientiert sich an der Ist-Situation und DOUBLE CRUSH SYNDROME denken in alten Mustern. Und spätestens mit “Die berühmten drei Worte” ist die Fremdschamgrenze überschritten, denn hier reichen übergibt Pop das Zepter an Schlager. Wo ist Jürgen Drews, wenn man ihn mal braucht?

Dauer: 37:20 min
Label: Arising Empire
VÖ: 25.10.2019

Tracklist “Death To Pop” von DOUBLE CRUSH SYNDROME
Whore
Death to Pop
Refuse to Kiss Ass
Cocaine Lips
Souls to Sell
I’m in Love with You
With Me
Mistakes We Love to Make
We Cannot Be Ruled
Tonight
Die berühmten drei Worte

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