Flesh Planet – First Flesh (EP) – Review
Dass die Cyberpunks von FLESH PLANET aus Großbritannien ihre erste EP „First Flesh“ selbstbewusst im D.I.Y.-Modus veröffentlichen, hat einen einfachen Grund: Die Band weiß genau, was sie auf der Haben-Seite hat. Tolle und vor allem extrem nachhaltige Songs, die zwischen wuchtigem Nu-Metal, Synth-Pop, Punk, Grunge und Electronic Rock pendeln. Schon auf diesem ersten Appetizer wirkt vieles erstaunlich ausgereift – eigentlich fehlt nur noch ein größeres Publikum.

Atmosphärisch gelingt FLESH PLANET ein weiter Spagat zwischen den Klangwelten dieser neu interpretierten Genres. Weil deren Hochphasen in unterschiedlichen Jahrzehnten lagen, wirkt „First Flesh“ erstaunlich zeitlos: nicht nostalgisch, aber auch nicht krampfhaft modern. Hat man schon mal gehört, aber eben noch nicht genau so.
Monolithische Riffs und ätherische Vocals
Schon der Opener „Computer Games & Rude Things“ macht unmissverständlich klar, wo die Stärken von „First Flesh“ von FLESH PLANET liegen. Ein zunächst etwas abseitiger Einstieg bahnt sich mit einem krachenden Riff seinen Weg, bevor sich ein weitläufiger Refrain entfaltet.
FLESH PLANET gelingt ein zeitloser Genre-Spagat
Um ihre Texte über mentale Gesundheit, den Umgang mit künstlicher Intelligenz und dystopische Visionen klanglich einzurahmen und die damit verbundenen Ängste und Unsicherheiten greifbar zu machen, findet die Band immer wieder kreative Lösungen. „Birdcage“ reißt schwarze Löcher in die Szenerie – sofort fühlt man sich mit dieser schwebenden Schwerelosigkeit an Deftones erinnert. FLESH PLANET beherrschen dieses monolithische Songwriting in Kombination mit beinahe ätherischem Gesang als Kontrast. Fetzen des Songs bleiben auch lange, nachdem er verhallt ist, irgendwie im Raum hängen.
Alarmierende Synths und kreative Freiheit
Immer wieder tauchen unterschwellig alarmierende Takte oder futuristisch klingende Synthieflächen auf, die den Songs eine latent nervöse Spannung verleihen. Dadurch wirkt „First Flesh“ zugleich modern und stark von einer klaren künstlerischen Idee getrieben. Die EP fühlt sich an wie eine kleine Rebellion, oder wie die Eruption angestauter Kreativität und Dynamik.
Eine Hauptmelodie taucht immer wieder leicht abgewandelt, fast wie eine uns verfolgende Bedrohung, in den Songs auf. FLESH PLANET haben sich Zeit genommen, um „First Flesh“ kleinteilig auszuarbeiten – einer der Vorteile, wenn man nicht an ein Label gebunden ist. Diese absolute Freiheit und die Liebe zum eigenen Werk spürt man deutlich.
Dauer: 25:04
Label: Self release
VÖ: 27.03.2026
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