Lest die Gemischte Tuete mit PABST bei krachfink.de

Gemischte Tüte mit Pabst – Interview

Endlich wieder live, endlich wieder Leute treffen. PABST sind die erste Band, die die Gemischte Tüte wieder so erleben dürfen, wie sie gedacht ist – persönliche Begegnungen mit Bands, Künstlerinnen und Künstler, bei denen man etwas abseits der Platte erfahren kann. krachfink.de traf zwei der drei Bandmitglieder – Bassist Tilman ist leider erkrankt – in Substage Karlsruhe, wo PABST zum letzten Mal die BEATSTEAKS supportet haben. Der Laden ist ausverkauft, Soundcheck gut gelaufen und die Sonne scheint auch. Beste Bedingungen für einen Sonnenbrand, aber auch um Sänger und Gitarrist Erik und Schlagzeuger Tore in die Gemischte Tüte mit Schwerpunkt “live” greifen zu lassen.

Was war euer erstes Konzert als Besucher und welche Erinnerungen habt ihr daran?

Tore: Meins waren DIE TOTEN HOSEN, da war ich fünf Jahre alt und ich saß auf den Schultern von unserem Nachbarn, sonst hätte ich nichts gesehen.

Hat es dir gefallen?

(lacht) Ja, fand ich voll gut.

Findest du die Band immer noch gut?

Tore: Mittlerweile ist es nicht mehr so meins, aber damals war das super und dann auch noch in der Wuhlheide in Berlin.

Oh, also gleich richtig groß eingestiegen und bei dir, Erik?

Witzig, weil Du uns gerade über eben noch die Band eine Interviewanekdote erzählt hast, bei mir waren es SOULFLY im SO36… glaube ich, (lacht) aber es können auch die BEATSTEAKS gewesen sein in der Columbiahalle 2004. Also das war zumindest das erste Konzert, bei dem ich dann mit zwei Kumpels hingegangen bin und nicht mit meinen Eltern. Richtig mit Karte kaufen und so.

SOULFLY sind euch bei genauer Betrachtung gar nicht sooooo weit von euch entfernt, mit ihrem riffbasierten Vorgehen, oder?

Erik: (lacht) Na ja, die ersten vier Alben habe ich immer sehr gerne gehört, dann bin ich bisschen davon weggedrifetet und eigentlich fand ich es gut, dass es immer so dumm war (lacht) und einfach so komplett stumpf.

Oh, ich nehme es zurück, hat dann natürlich überhaupt nichts mit euch zu tun.

Erik: (lacht) Nein, dumm meine ich eher positiv, also es wollte nicht so viel von einem und war eher immer genau richtig dosiert. Das kann kaum jemand… (singt das Riff von “Prophecy”).

Was war euer bestes Livekonzert?

Tore: Ich habe zwei und eines davon waren auf jeden Fall THE MARS VOLTA im SO36, das hat mich von vorne bis hinten einfach nur umgehauen, was die abgezogen haben.

PABST, 2022 Copyright by Roberto Brundo

Im Hinblick auf die Technik?

Tore: Ne, eher von der Stimmung her, wie sie sich auf der Bühne gegeben haben und auch der Sänger war einfach so verrückt gut. Ich glaube, dass es technisch herausragend ist, habe ich erst später gecheckt. Und das zweite waren dann bei mir auch die BEATSTEAKS in der Columbiahalle, das war das Wohnzimmer-EP-Ding.

Erik: Kann mich schwer entscheiden, aber was ich auf jeden Fall krass fand, waren HEALTH in Berlin. Die machen jetzt so Elektro-Pop-Kram und haben aber früher so Noise-Rock gespielt, ganz seltsam. Die hatten technische Probleme beim Soundcheck und waren so ganz nervös, das hat man ihnen richtig angemerkt. Die hatten einen Linecheck auf der Bühne (Anm. d. Verf.: Das Überprüfen der einzelnen Tonsignale vor dem Auftritt.) und haben sich dabei die ganze Zeit nur angeschrien, von wegen “Wuaaah, nothing works, shit” und auf einmal fingen die ohne Vorwarnung und ohne Licht ganz todeslaut an ihr Konzert zu spielen. Das hat mich krass beeindruckt, weil es so voller Energie war und einfach nur zwanzig Minuten brutal geballert wurde. Und DIE!DIE!DIE! im alten Molotow in Berlin, die waren auch stark.

Oh, DIE!DIE!DIE! liebe ich ja. Die sind stark, gibt es aber nicht mehr, oder?

Erik: Doch, aber irgendwie sind die nie so richtig angekommen. Ich habe sie ungefähr 20 Mal gesehen und manchmal war es bei denen krass leer, aber an diesem Abend war es dann endlich mal komplett voll und bleibt mir auf jeden Fall immer in Erinnerung.

Trent Reznor von NINE INCH NAILS schreit die Band übrigens auch immer gerne mal während des Konzertes an.

Erik: Oh, echt? Sehr sympathisch… (lacht ironisch)

Was ist bei euch live mal schiefgelaufen?

Erik: Schon sehr viel, bei jeder Show passiert irgendein Scheiß, den man nicht gebrauchen kann. Beim “Jenseits von Millionen”, ein kleines Festival in Brandenburg, da haben wir gespielt und hatten auch eine richtig gute Position, so kurz vorm Headliner. Es war rammelvoll und wir waren auch schon rammelvoll, weil wir schon sehr früh dort angekommen waren und bis 21 Uhr Zeit hatten. Unser Bassist Tilman bewegt sich ja immer sehr viel auf der Bühne und der war dann während des Auftrittes einfach verschwunden und der Bass war auch nicht mehr zu hören.

Tore: Und wir hatten davor einige Auftritte, bei denen der Bass auch manchmal kurz weg war und deshalb dachte ich, dass es an Tilmann läge oder eben an der Technik.

Erik: Wir waren so voll drin in unserem Konzert und haben also erst nicht gecheckt, dass Tilman tatsächlich von der Bühne gefallen war. Die Bühne war ziemlich hoch, bestimmt so eineinhalb Meter und er ist so gute zwanzig Zentimeter neben einem riesigen Nagel, der manchmal in so Baustellen raussteht, aufgeschlagen. Er lag da und hatte einen ganz seltsamen Blick, wir haben ihm dann hochgeholfen, er hat bisschen gebraucht, um wieder klarzukommen und dann haben wir aber echt weitergespielt. Man darf wirklich nicht darüber nachdenken, wenn er ein kleines Stück weiter seitlich aufgeschlagen wäre und er hätte sich auch so alles brechen können. Erst danach haben wir das realisiert.

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