Get Dead Dancing With The Curse Artwork

Get Dead – Dancing With The Curse – Review

Die amerikanische Punkband GET DEAD definiert die Aussage “ganz schön rauchige Stimme” nicht erst mit ihrem neuen Album “Dancing With The Curse“ neu. Und nicht nur damit bilden Sänger Sam King und seine Kollegen Bassist Tim Mehew und Gitarrist Mike McGuire – die beide auch immer mal wieder singen – einen schönen Kontrast zu dem Großteil der sonstigen Bands auf Fat Wreck Chords. GET DEAD erinnern auch angenehm an die mittlerweile leider nicht mehr existente Punk-Ska- Reggae-Band SUBLIME. Wenn der Bass dropst und schon im Opener “Disruption“ den direkten Kampf mit gut gelaunten Handclaps sucht, ist das unterhaltsam und herrlich nostalgisch. Auch die Referenzen zu RANCID sind nicht von der Hand zu weisen… und selbstverständlich gerne genommen. Obendrauf gibt es noch eine typisch irische oder englische Geselligkeit, die alle vereint und die perfekte Mischung aus hartem Riffing und melodischen Abfahrten. Klingt gut? Dann ist das dein Album.

GET DEAD 2020

GET DEAD zeigen Bandbreite

Trotz einiger Querverweise kann man GET DEAD mitnichten unterstellen, keinen eigenen Sound zu haben. Es ist wirklich ein Jammer, das explosive Tanzattacken wie das hektische “Fire Sale“ oder das sich beinahe selbst überschlagende “Confrontation“ auf den nächsten Festivalsommer warten müssen. Das Album “Dancing With The Curse“ hält Wort und ist extrem animierend für Beine und Po. Doch ganz gleich wie stark die Songs auf Halli Galli ausgelegt sind, jeder enthält mindestens eine prägnante Stelle, die auch nach dem Überfalleffekt noch hängenbleibt und tiefer rutscht. “Stickup“ beweist sich beispielsweise eher mit druckvollem Riffing und stellt die breiten Gitarrenriffs aus, ohne Charme einzubüßen.

Wert auf Details gelegt

Mit “Hard Times“ landen GET DEAD dann musikalisch und auch textlich irgendwo zwischen massentauglich und ungeschliffen. Man achte auf die schrullige Orgel und den grandiosen Gitarrensound, das Album hat mehrere solcher Feinheiten zu bieten. Das Songwriting ist verflixt detailliert, was erst nach einigen Durchläufen klar wird. Das ist Punkrock, wie er sein muss. Kickt im richtigen Moment und fasst trotzdem auch ganz offensiv emotional an. Mit dem folgenden “8 Track“ greifen GET DEAD den Schwung auf und setzen direkt den nächsten Knaller an. Mit “Green’s Girl“ ist das Traumtrio perfekt und “Dancing With The Curse“ befindet sich auf dem Höhepunkt. Bass und Gitarren necken sich hier ganz besonders frech und der Refrain scheint wie gemacht für den Impuls den Arm um Nebenstehende zu legen.

Laut drehen

Wen GET DEAD spätestens jetzt nicht eingesackt haben, den kriegen sie in diesem Leben wohl nicht mehr. Aber mit Sicherheit wird ein Großteil der HörerInnen hier unweigerlich lauter drehen. Auch wenn das Folgematerial mit diesem qualitativen Schlagabtausch nicht mithalten kann, dann fällt das Album doch nicht wirklich ab. Im Gegenteil, hier ist Dauerrotation zur Verstärkung der letzten Sonnenstrahlen oder zur Überbrückung der dunklen Jahreszeit angesagt. Das abschließende “Take It“ fühlt sich auch kein Stück wie ein Ende an, im Gegenteil: GET DEAD lassen uns mit der Gewissheit zurück, dass man am besten immer nur weiter tanzen sollte.

Dauer: 31:57
Label: Fat Wreck Chords
VÖ: 09.10.2020

Tracklist “Dancing With The Curse“ von GET DEAD
Disruption
Nickel Plated
Fire Sale
Stickup
Glitch
Confrontation
Hard Times
8 Track
Green’s Girl
Pepperspray
Confidence Game
Take It

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