Gideon - Out Of Control Artwork

Gideon – Out Of Control – Review

GIDEON kommen mit ihrem fünften Album “Out Of Control” um die Ecke und Hardcore-affinen Fans klingeln hier schon alle Alarmglocken. Und ja, es gibt Parallelen zu THE GHOST INSIDE und selbst, wenn es in erster Linie der bärbeißige Gesang von Daniel McWhorter ist. Abgesehen davon liefern GIDEO aus Alabama deutlich sprödere Songs und wenn die vier Musiker dann mal die Sonne hereinbitten und Melodien zulassen, wirkt das umso intensiver. In erster Linie liebt man die Band aber für ihren Groove und die dystopisch-schwarzen Momente.

Tanzen im Dreck

Es ist Nacht bei GIDEON, das stellt schon das Intro klar. Ähnlich wie STRAY FROM THE PATH lassen GIDEON mit Gewalt unsere Ärsche wackeln, Songs wie “Denial” scheinen den nackten Hörer mit Peitschenhieben anzutreiben. Ultratiefes Riffing, schon fast tänzelnde Drums und Gangshouts, die so klingen, als ob sie am Abgrund zur Hölle aufgenommen wären (“2 Close”). Die Band komponiert so, dass rein theoretisch jedes Bandmitglied mindestens einen großen Auftritt auf “Out Of Control” hat. “Southwind” ist dermaßen angespitzt, dass man selbst in völlig entspanntem Zustand den Tisch an die Wand werfen will. Aber genau dann unterbrechen GIDEON die aufkommende Wut und lockern mit einem weiten Refrain alles auf. Oder wie GIDEON selbst singen: “This hell will take you to heaven.”

Gideon, 2019

Wie viel Druck hält man aus?

Das Zwischenspiel “Style” bricht das Album kurz, ähnlich wie TRASH TALK, DEEZ NUTS, CODE ORANGE oder SHOW ME THE BODY rollen GIDEON auch gerne mal die dicken Beats rein. In manchen Momenten klingt “Out Of Control” komplett trost- und ausweglos. Die Kunst besteht darin, diesen Zustand nicht zu früh abzubrechen und den Bogen aber auch nicht zu überspannen. Gleiches gilt für die durch Stop-and-Go erzeugte Dynamik. “Life Without” und “Bite Down” demonstrieren eindrucksvoll, wie genau man sowas am besten arrangiert. GIDEON sind einfach gut darin, unterschiedliche, bereits bewährte Fragmente neu zu kombinieren. Der daraus resultierende stampfende musikalische Veitstanz ist einfach genial. Intensives Album, ein Muss für Hardcore-Fans.

Dauer: 36:44
Label: Rude Records
VÖ: 11.10.2019

Tracklist „Out Of Control“ von GIDEON
Welcome to S Town
Sleep
Take ME
2 Close
Low Life
Southwind
Style
Outlaw
Life Without
Denial
Out of Control
Bite Down

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Dunklen Groove zelebrieren auch SHOW ME THE BODY auf “Dog Whistle” und Musik zum Abreagieren liefern auch KNOCKED LOOSE oder EMPLOYED TO SERVE, hört mal ein.

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