Hal Johnson - Seasons Artwork

Hal Johnson – Seasons – Review

HAL JOHNSON werden mit ihrem ersten Album “Seasons” im Punk oder auch im Alternativerock verortet. Eigentlich ist es total wumpe, die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen und wichtig ist, dass das Quartett ohne viel Tamtam überzeugen und gute Laune verbreiten kann. Dass in Münster irgendwas kreativ beflügelndes im Wasser ist, ist mittlerweile bekannt und dementsprechend kann sich die Band auch locker mit internationalem Standard messen.

HAL JOHNSON, 2020

Locker aus der Hüfte

Schon der Opener “Ghost” macht klar, warum HAL JOHNSON sich nicht verstecken müssen. Alles klingt so herrlich leicht und selbstverständlich gespielt. Die Band ist weder um ein Dauergrinsen, noch um beeindruckendes Fingerfertigkeiten bemüht und landet damit genau da, wo das Beste zusammenkommt. Auch die Texte packen die HörerInnen zwar da, wo es weh tut, aber HAL JOHNSON verkneifen sich klugscheißerische Sprüche und aufgesetzte Zeigefinger-Lyrics. “We are better than this, you know”, das ist der simple Ansatz, den die Grevener mit Songs mit einem Song wie “Better” vermitteln möchten.

Einfach und doch verspielt

Instrumental geht dieser mitnichten durch die Decke, steht aber trotzdem selbstbewusst und stark vor den HörerInnen und sorgt für massives Identifikationspotential mit einem simplen, aber zweckdienlichen Ohooo-Chor zur Unterstützung im Rücken. Niederschwellig angesetzt und wenig angreifbar, mag man meinen. Im folgenden “Control” packen HAL JOHNSON dann aber die Blasinstrumente aus und zeigen sich kreativ und überhaupt nicht festgefahren. Vivaldi im Titeltrack gibt auch einen Bonuspunkt aufs Detailkonto. Das locker rollende “Let It Go” hat einen kleinen BEATSTEAKS-Huldigungsmoment. “Yours” war aber auch ein gutes Album und “Mrs. Right” auch mein Lieblingssong von diesem Monster der Berliner. Von den BEATSTEAKS lernen, heißt eben immer noch siegen lernen.

Entspannt und unverkopft

HAL JOHNSON beherrschen die lauteren und die leiseren Momente, dabei entfalten sie häufig eine angenehme Schwerelosigkeit und ein Gefühl von zeitlosem Glück. Sänger und Gitarrist Michel beherrscht sein Handwerk und zwischen den Noten schwingt eine angenehme Entspanntheit mit, ganz gleich welchen Ton er anschlägt. Besser wird es nur noch, wenn alle gemeinsam singen. In solchen Momenten sind HAL JOHNSON ganz großes Kino und erreichen ein Level, das die Ansprüche an ein Debüt schon weit überschreitet. Für einen ersten Aufschlag ist das schon bemerkenswert stark und Vergleiche mit WEEZER sind tatsächlich nicht zu weit hergeholt. Tja, Münster eben…

Dauer: 34:18
Label: Uncle M Music / Cargo Records
VÖ: 17.04.2020

Tracklist “Seasons” von HAL JOHNSON
Ghost
Gang in Black
Party Nights
Professional Help
Better
Control
Dream / Awake
Let It Go
Home
Seasons
Stay with Me

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BLACKUP – Club Dorothee
GUMMO – Pessimist Forever
DUNE RATS – Hurry Up And Wait
THE HOMELESS GOSPEL CHOIR – This Land Is Your Landfill

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