Lest die Review zu "What Consumes Me" von HIPPIE TRIM bei krachfink.de

Hippie Trim – What Consumes Me – Review

Als HIPPIE TRIM mit dem ersten Song “Control” in ihre zweite Platte “What Consumes Me” einsteigen, erstarre ich kurz: Das ist jetzt aber nicht wirklich das gefühlt tausendste Zitat von Krishnamurti in einer Hardcore orientierten Platte? Uff, ist es tatsächlich nicht, aber HIPPIE TRIM haben grundsätzlich auch überhaupt keine Scheu davor, diverse Klischees zu erfüllen.

Sie haben eben aufmerksam zugehört, bei ihren musikalischen Vorbildern aus Übersee, die mit Shoegaze, Indie und Hardcore hantieren, daraus aber ihren eigenen Sound geflickt. International könnten sie damit locker mitspielen, ins hemdsärmelige Ruhrgebiet steckt man die Band spontan nicht.

Trip in die Neunziger?

Auch was den Zeitgeist angeht, sind HIPPIE TRIM auf “What Consumes Me” flexibel. “Dead Heat” hat die Atmosphäre der Neunzigerjahre im Gepäck, greift die Kniegelenke an und lässt auf angenehme Art und Weise Melancholie und Aufbruchsstimmung zusammenlaufen. Alle Songs haben wieder den Charme einer fröhlich mit dicken Backen geblasenen Luftschlange, oder schillernden Seifenblasen, die genau dann platzen, wenn man nicht damit rechnet.

Das ist dem Genre geschuldet, es geht darum, diesen einen Moment offen stehenzulassen. Diesen Trick beherrschen HIPPIE TRIM vorbildlich, sie agieren intuitiv und präsentieren trotzdem nachvollziehbares Songwriting. Es dauert allerdings etwas länger, bis diese Happen nachdrücklich hängenbleiben.

Über neue und alte Wunden

Der ausgewogene Mix von stimmlichem Streicheln und Anbrüllen ist nachvollziehbar, wirkt bei HIPPIE TRIM ganz organisch. Besonders schön geraten, sind die entspannenden Flächen, wenn sich wie in “Hooked On U” die Instrumente zur Verstärkung eines Gefühls verbinden. Vollkommen ohne Worte erreichen HIPPIE TRIM dann einen starken Tiefgang, der in diesem speziellen Fall sogar an RUSSIAN CIRCLES erinnert. Eine wesentliche Rolle, nehmen die Drums ein, ihnen obliegt es, Heilung oder Abriss einzuleiten. Die Trennungshymne “Faze” tanzt etwas aus der Reihe, stapelt unterschiedliche Schichten, die sich irgendwie gegenseitig beißen.

Synthiestampf trifft in “Toothpaste” auf Hardcore und Indie, spannende Mischung, wenn auch noch nicht ganz optimiert. Es ist also noch Spielraum für Entwicklung vorhanden, den HIPPIE TRIM auch gerne nutzen. Am Ende macht das Album “What Consumes Me” von HIPPIE TRIM aber genau der gut umgesetzte Gegensatz aus. Das Album kratzt feine Wunden, pustet aber auch auf die dieselben und klebt bunte Pflaster drauf.

Dauer: 31:24
Label: Supervillain
VÖ: 16.09.2022

Tracklist “What Consumes Me” von HIPPIE TRIM
Control
Pleaser
Pain Ball
Reef Blower
Dead Heat
Fade
Hooked On U
Toothpaste
Faze
Not Today
Steady Dreaming

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