Hollywood Undead - New Empire Vol 1 Artwork

Hollywood Undead – New Empire, Vol. 1 – Review

Tick, tick, boom! HOLLYWOOD UNDEAD reißen mit ihrem neuen Album “New Empire, Vol. 1” Gräben auf. Wer sich zu der Fraktion Entweder-oder zählt, braucht die Anlage gar nicht erst anzuwerfen. Der Band ist es gelungen, ihren Sound zu perfektionieren und gleich einige Level zu überspringen. Und immer wenn die Unternehmung scheitern könnte, wenn die Songs von einer Zuckerflut oder zu viel kommerziell kalkuliertem Papp verkleben könnten, reißen HOLLYWOOD UNDEAD das Ruder mit aller Gewalt um.

BluRay, Breitwand-TV und dickes Soundsystem

Wer bereit ist die Scheuklappen abzulegen und einfach mal hören will, wie man 2020 Metal mit Rap mischt, der sollte bei HOLLYWOOD UNDEAD ein Ohr riskieren. Johnny 3 Tears, J-Dog, Charlie Scene und Funny Man übernehmen allesamt Gesang und/oder Rap und das macht “New Empire, Vol. 1” bemerkenswert wertig und abwechslungsreich. Wenn HOLLYWOOD UNDEAD in “Heart Of A Champion” sich wuchtig selbst das Herz eines Champions attestieren, dann können sich MARTERIA und CASPAR mit ihrem kläglichen Versuch auf “1985” schleichen. Jedes Oho sitzt, jeder Synthiefläche trifft ins Schwarze und jedes Riffwand steht felsenfest. Dass bei HOLLYWOOD UNDEAD alle mehrere Skills vorweisen können, ist einfach spürbar.

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HOLLYWOOD UNDEAD, 2020

Im vielfach gestreamten “Already Dead” prallt die freche Kante im Sinne von DEEZ NUTS auf eine absolute Breitwandkomposition, wie sie auch von KORN hätte stammen können. Mit “Enemy” und “Upside Down” legen HOLLYWOOD UNDEAD auch mehr Wert auf Gitarren und deren aktivierende Wirkung. Hier wirken HOLLYWOOD UNDEAD wie guter Durchschnitt der Szene, bleiben aber für ihre Verhältnisse schon fast zu gewöhnlich.

Die Band lotet Grenzen aus

HOLLYWOOD UNDEAD müssen sich nicht ausnahmslose auf Bums und Lautstärke verlassen, auch die Texte sind nicht unclever. In “Empire” gibt es Schellen gegen alle, die meinen andere unterdrücken zu müssen. Beeindruckend, wie sensibel gut die Band mit Autotune umgehen kann. Dass es der Band hauptsächlich um die Griffigkeit geht, sieht man daran, dass auf “New Empire, Vol. 1” nichts, aber auch wirklich nichts, unnötig ausgewalzt wird. In “Killin It” mobilisieren HOLLYWOOD UNDEAD ihre gesamte Power, lassen den Bass explodieren und drehen den Swag auf (… sagt man das 2020 noch? ).

Im Angebot haben sie Sargnägel, Fistbumps ins Gesicht und einmal gratis Schütteln am Ohrfeigenbaum. Das ist so übertrieben, dass es schon wieder Spaß bringt. “Second Chances” ist seit Langem mal ein würdiger Kandidat für eine Metalcore-Halbballade, die es meiner Meinung nach seit “Sleepwalking” von BRING ME THE HORIZON so in der Form nicht mehr wirklich gegeben hat. Am Ende gewinnen Beats den Kampf gegen Riffs und mit “Nightmare” kopfnicken uns HOLLYWOOD UNDEAD aus dem wirklich sehr kurzweiligen “New Empire, Vol. 1”. Nichts für Schubladendenker, aber für alle anderen.

Dauer: 32:05
Label: BMG Rights Management
VÖ: 14.02.2020

Tracklist “New Empire, Vol. 1” von HOLLYWOOD UNDEAD
Time Bomb
Heart Of A Champion
Already Dead
Empire
Killin It
Enemy
Upside Down
Second Chances
Nightmare

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