Hyperdog – Dog Days – Review
HYPERDOG aus Linz fordern uns mit ihrem neuen Album „Dog Days“ erneut zum kurzen, aber intensiven, musikalischen Gassigehen auf. Aus dem Trio scheint ein Quartett geworden zu sein, an ihrer kompositorischen Formel haben sie wenig geschraubt. Ihre Songs schmettern launig übers Wiederaufstehen, Antrieblosigkeit und die dunklen Momente im Leben. Vollkommen frei von weinerlichen oder ansteckend niedergeschlagenen Tendenzen metern alle sieben Songs nach vorne.
Kurzes, intensives Gassigehen
Ihre Stilmittel sind komplett befreit von Aggressionen oder kollektiven Therapieangeboten und Stuhlkreis-Attitüde. Stattdessen vermengen sie Achtzigerjahre-Synthie-Schaumigkeit mit scharfkantigen Hardcore-Fragmenten, über die vorher ein abfedernder Indie-Teppich geworfen wurde. Uff, viele Metaphern, die „Dog Days“ verbildlichen sollen, aber vielleicht komplizierter machen, als nötig.

Höhepunkte ohne Hitgarantie mit Hyperdog
„Dogs Days“ von HYPERDOG lässt sich auf jeden Fall mehrmals hintereinander anhören, ohne den Eindruck von Wiederholung zu haben. Aber eben auch ohne, mit wuchtigen Refrains oder prägnanten Momenten widerzuhaken. Es ist eher der Gesamteindruck, der zählt, und die ungezügelte Spielfreude, die in allen Liedern mitschwingt. Natürlich rauscht nicht alles eindruckslos an einem vorbei, aber es sind eben Fetzen, die begeistern: eine Orgeleskalation oder wahlweise Synth-Schimmer in unterschiedlichen Ausprägungen (AKNE KID JOE lassen in „Smartphone“ subtil grüßen…), die Art, wie die Texte ins Nichts gebrüllt zu sein scheinen, oder der besondere Zug der Gitarren („The Race“).
All das merkt man sich gerne, aber ein uns in die Träume verfolgender Hit ist (leider wieder) nicht zu finden. Mittlerweile haben HYPERDOG einige Songs vorgelegt. Hört man diese in Schleife, entsteht ein Muster, und die Taktik der Band scheint nicht zu sein, die große Hymne an die Wand zu werfen. Es geht um Zerstreuung, um den Moment und um eine intensive und vor allem aufrichtige Atmosphäre („Start A Band“). Fans von TRAUMA GLOW oder POPPY WIZARD werden die Platte lieben. Die Band jagt keinen Hit, sondern den Moment.
Dauer: 14:23
Label: Supervillain / Blood Blast Distribution
VÖ: 05.12.2025
Tracklist „Dog Days“ von HYPERDOG
Introduction
The Race
H.T.B.H.
Depressed
Smartphone
Sellout
Start A Band
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