I Promised The World – s/t (EP) – Review
Auch auf der neuen „s/t“ vermitteln I PROMISED THE WORLD mit ihrem Zusammenstoß von Post-Hardcore und Metalcore pure Zerrissenheit. Die amerikanische Band gründete sich während der Pandemie und nach dem Tod des Vaters von Sänger und Gitarrist Caleb Molina. Die Musik ist komplex und anspruchsvoll, aber ausdrücklich geprägt von den Spuren dieses Schicksals. Die heftigen Szenenwechsel, das Abklatschen von sanften und harmonischen Melodien mit brachialen Ausbrüchen, sind Ausdruck der Wucht, mit der das Leben einen überrumpeln kann. Dass die Songs von I PROMISED THE WORLD nicht wahllos gedengelt wirken, sondern durchaus einer nachvollziehbaren Struktur folgen, ist bemerkenswert.

Klanggewordene Trauer
Der Auftakt zur EP „s/t“ von I PROMISED THE WORLD ist durchaus sanft, von da aus kann und wird allerdings alles passieren. Caleb Molina übernimmt den Klargesang, der sich mit dem gutturalen und garstigen Gesang von Hunter Wilson kreuzt, manchmal sogar duelliert oder versöhnlich ergänzt. Drummer Mason Zschau und Bassist Aidan Vickers müssen den Laden zusammenhalten und bieten stabile Deckung aus allen Richtungen.
Die Tempowechsel sind zackig, häufig unvorhersehbar, und egal, ob man alle vermengten Stile mag: Die EP ist anstrengend und fordernd. Selbst wenn die Dauer der einzelnen Lieder im üblichen Rahmen bleibt, sind die Kompositionen doch zum Bersten mit Tönen und Emotionen gefüllt.
Fragile Ruhe, brachiale Brüche
Es lässt sich sicherlich Trost finden bei I PROMISED THE WORLD. Songs wie das filigrane „Emerald Waltz“ sind allerdings eher nach innen gerichtet und für die Momente gedacht, in denen man Dinge mit sich alleine ausmacht. Sicherlich kann die Band auch live überzeugen, die abrupten Wechsel machen sie aber schwer verdaulich, und man muss schon seinen Funken bei I PROMISED THE WORLD finden, um tiefer eintauchen zu wollen.
Fernab jeglicher Formel komponiert die Band bewusst sperrig und unberechenbar, zwischen zarter Introspektion und eruptiven Ausbrüchen. Einen klassischen Hit oder eine durchgehend leicht nachvollziehbare Struktur darf man hier nicht erwarten, musikalisch bewegt sich das Ganze jedoch auf hohem Niveau und greift stellenweise sogar Strukturen aus dem Orchestral Black Metal auf.
Dauer: 20:02
Label: Rise Records / BMG / Universal
VÖ: 16.01.2026
Tracklist „s/t“ von I PROMISED THE WORLD
Proud
A Pure Expression
Bliss In 7 Languages
Future Worth Dying For
Emerald Waltz
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