Inseln- Nichts Album

Inseln – Nichts – Review

Eigentlich sollten die Münsteraner von INSELN mit ihrem Album “Nichts” bei mir total ins Schwarze treffen und offene Türen einrennen. Die Band spielt Post-Punk mit waviger Note, vielen musikalischen Wiederholungen und nicht zu ausschweifenden Texten. Fans von DIE NERVEN und MESSER dürfen sich explizit angesprochen fühlen. Das Album gleich als Shoegaze zu bezeichnen oder Noise zu unterstellen, finde ich irreführend.

Das Nichts hat wenig Facetten

Der Einstieg zu “Nichts” ist auch durchaus vielversprechend. INSELN senken gleich den Puls und versprühen einen angenehm nostalgischen Charme, stehen sofort sehr dicht im Raum. Definitiv haben wir es nicht mit einem Partyalbum zu tun, INSELN regen eher zum Nachdenken und sich spüren an. Der Gesang ist offen pointiert und scheint lediglich Denkanstöße und Fragen in den Raum zu blasen. Allerdings stellt sich relativ schnell, abseits der gewollten musikalischen Repetition, eine gewisse Gleichförmigkeit ein. Die Songs folgen alle einem ähnlichen Muster und die vierzig Minuten ziehen sich am Ende ganz schön hin. Die verträumten Gitarren scheinen in der Luft festzuhängen und lediglich die Tonart zu ändern.

Noch jemand zugestiegen?

“Weiter kommt” wirkt schon fast wie eine Art Weckruf, INSELN strecken sich jetzt noch mehr auf die dunkle Seite, finden dann aber relativ schnell in ihre übliche Spur zurück. Dabei steht der etwas spitzere und angriffslustigere Gesang dem wabernden, musikalischen Schwarz ganz gut. Der weibliche Gesang könnte deutlich mehr Kontrastpunkte setzen, der Bass wiederum etwas mehr nach vorne drücken. Auch bei “Dein Gesicht am Fenster” scheinen INSELN etwas beweglicher, das Potenzial ist definitiv vorhanden und der dunkle Nebel ist auch grundsätzlich nett. Aber es fehlt dem Album “Nichts” von INSELN an Varianz, Höhepunkten und Widerhaken, damit man wirklich sein Herz daran verlieren kann.

Dauer: 40:12
Label: Disentertainment (Broken Silence)
VÖ: 06.12.2019

Tracklist “Nichts” von INSELN
Nichts
Disco Ruff
Alles Was Ich Noch Nicht Kenn
Rauschen
Wie An Diesem Tag
Nah Bei Mir
Der Letzte Tag
Tiefer Kommt Wer Tiefer Faellt
Dein Gesicht Am Fenster
Es Ist Zu Spaet
Etwas Bleibt Zurueck
In Gedanken

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