Lest die Review zu "Headroom" von DAS BISSCHEN TOTSCHLAG bei krachfink.de

Interview mit Fabi von Das bisschen Totschlag zu „0dB Headroom“

Erwachsenwerden klingt selten so, wie man es sich vorgestellt hat. Zwischen Überforderung, Dorfpunk-Romantik, durchzechten Nächten und diesem seltsamen Gefühl von „Alles passiert gleichzeitig“ bewegen sich DAS BISSCHEN TOTSCHLAG auf ihrem neuen Album „Headroom“. Die Songs wirken weniger wie klassische Kompositionen als wie Zustände – verschwimmend, warm, manchmal überfordernd, oft tröstend. krachfink.de hat mit Fabi über Familie als Bandkonstrukt, kleine Communities, Field Recordings vom Nachhauseweg und den Wert von „0 dB Headroom“ gesprochen.

Wer ist bei DAS BISSCHEN TOTSCHLAG dabei, wer macht was und woher kennt ihr euch?

Fabi: Max und ich sind Geschwister, Niklas ist unser Cousin. Wir machen eigentlich schon zusammen Musik, seit wir denken können. Max ist meistens am Schlagzeug, Niklas und ich teilen uns alles andere – je nachdem, was der Song gerade braucht. Zu DAS BISSCHEN TOTSCHLAG gehören für mich aber auch all die Artists, die das Projekt mittragen und bereichern – liebe Grüße an Sarah, Lina, Lea, Misha, Paul und den Rest!

„Headroom“ klingt nach Klangreise oder Meditationsapp, aber auch nach einem Fachbegriff aus der Tontechnik, dem Sicherheitsabstand zwischen unterschiedlichen Pegeln betreffend. Was assoziierst du damit?

Fabi: Das Album verarbeitet unsere gemeinsamen Erfahrungen vom Aufwachsen und Erwachsenwerden. Für mich steht „0 dB Headroom“ für das Gefühl der Überforderung, wenn im Kopf alles gleichzeitig passiert. Vielleicht hätten wir in unserer Jugend mehr Gebrauch von Klangreisen und Meditationsapps machen sollen.

Ich konnte mich in euren Songs komplett verlieren, mir war irgendwann egal, ob das einer Struktur folgt, und alles verschwamm – im positiven Sinne natürlich. War das eure Absicht? Und welchen Effekt von Musik magst du, wenn du welche hört und nicht selbst macht?

Fabi: Wir haben versucht, das Gefühl des Erwachsenwerdens auditiv wiederzugeben. Das kann mal schön sein, oft aber auch strukturlos und überfordernd. Ich höre am liebsten Musik, die mich etwas fühlen lässt. Das kann ein gut produzierter Pop-Track sein, ein Live-Set einer lokalen Punkband oder eine schlecht aufgenommene Demo, die ich um drei Uhr nachts auf YouTube finde.

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DAS BISSCHEN TOTSCHLAG 2026, Credit: Maximilian Kiepe
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Sind eure Konzerte eher eine in sich gekehrte Veranstaltung oder gibt es wildes Getanze und viel Interaktion?

Fabi: Let’s see – kommt vorbei!

  • 12.03. Leipzig – Noch Besser Leben
  • 13.03. Jena – Trafo
  • 19.03. Berlin – 8mm
  • 20.03. Hamburg – Hafenklang
  • 28.03. München – Import/Export

Abgesehen von der klassischen Bass-Gitarre-Drums-Aufstellung habt ihr viele interessante Soundeffekte. Gibt es eine speziell zuständige Person? Welche Geräte benutzt ihr? Einmal hört es sich an wie ein über den Kiesweg gezogenes Bein …

Fabi: Wir wollten hier oft spezielle Szenerien einfangen, z. B. nach einer durchzechten Nacht allein durch das Dorf den langen Weg nach Hause laufen zu müssen, weil man den letzten Bus verpasst hat. Dafür haben wir viele Field Recordings, YouTube-Samples und Artefakte aus Aufnahmen genutzt.

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Wie geht eine Band in eurem Stadium heutzutage ans Musikmachen heran? Habt ihr Ambitionen, eure Hörerschaft zu vergrößern, oder geht es euch eher darum, etwas aus euch heraus zu kanalisieren und Druck abzulassen?

Fabi: Meiner Meinung nach sind heutzutage kleine, supportive Communities das Wichtigste. Mir ist persönlich egal, wie viele es hören – Hauptsache, das Album findet die Personen, die es irgendwann brauchen.

Gibt es für dich eine Platte oder vielleicht auch einen Song, der das bei euch geschafft hat?

Fabi: AMY WINEHOUSE mit „Hopelessnesslessness“, ADRIANNE LENKE mit „anything“ und „Harvey“ von ALEX G.

Wer hat das Artwork gezeichnet? Hat es etwas mit dem Song „Tim“ zu tun – dem einzigen erkennbaren Namen in der Tracklist? Welchen Bezug hat das Artwork zur Platte?

Fabi: Misha Gurovich, ganz liebe Grüße! Und ja, Tim steht hier auch für die Dorfpunks – eine der oben genannten wichtigen kleinen Communities.

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