Interview mit Helharmadr von Dark Funeral zu “We Are The Apokalypse”

Die schwedische Black-Metal-Band DARK FUNERAL hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 1993 immer wieder im eigentlich engen Gewand des Genres erfolgreich gestreckt und dessen Grenzen erweitert. Das beweist auch ihr aktuelles Album “We Are The Apokalypse”, auf dem die eigentlich ultraschnelle Band nicht ausschließlich auf Tempo setzt und sehr atmosphärische Spitzen vorweisen kann.

krachfink.de sprach mit dem sympathischen und redseligen Sänger Helharmadr (auch bei GRÁ, im Bild vorne mittig) über die Entstehung der Platte, einzelne Songs, was ihn ängstigt, optische Inszenierung auf der Bühne, seinen Anspruch an den Sound der Band, wie er neue Musik entdeckt, Dracula-Verfilmungen, Religion und wie man es schafft, dass Black Metal nicht peinlich wird.

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DARK FUNERAL, Foto von Bartosz Szydlowski 2022

Das Erste, was man von einem Album wahrnimmt, ist das Artwork. Das kann die Kaufentscheidung stark beeinflussen: Was sind für dich die Anreize, damit du dir ein Album kaufst?

Ich kaufe mir eigentlich nichts, von dem ich nicht weiß, was ich da zu erwarten habe. Wenn ich also in einen Plattenladen gehe, dann kaufe ich mir meisten alte Scheiben nach, von denen ich die Musik aber schon kenne. Aber klar, das Albumcover und die visuellen Aspekte sind auf jeden Fall wichtig und das Layout kann vieles zerstören. Wenn es einfach scheiße aussieht, dann interessiert es eben niemanden (lacht).

Warum kaufst du dir lieber alte Musik, womit kann dich überzeugen, auch mal neue Musik zu hören?

Es ist nicht so, dass ich neue Musik nicht mögen würde, ich weiß einfach nicht, was ich kaufen soll. Es gibt einfach so viel da draußen. Oft geben mir Freunde, Fans oder Labels CDs von neuen Bands, die höre ich mir dann auch gerne an. Es interessiert mich schon.

Ok, andere treffen quasi so eine Art Vorauswahl für dich?

Ja. Gerade heute habe ich eine CD einem Freund aus den Niederlanden bekommen, der macht das Label Non Serviam Records und hat mir etwas von DEAD TYRANT aus dem Umfeld der LORD BELIAL-Typen geschickt.Da höre ich mir als Nächstes an.

Die Artworks von DARK FUNERAL und auch euer Aussehen auf der Bühne, beides optische Anreize, sind definitiv eure Markenzeichen. Fiel es dir leicht, einen Make-up-Style zu erschaffen? Für GRÁ bist du ja ganz weiß geschminkt.

Ich habe da schon lange darüber nachgedacht, bei den Klamotten selbst, habe ich mich natürlich auch an die anderen Bandmitglieder angepasst. Aber beim Make-up wollte ich es echt Old-school haben, so wie bei ALICE COOPER oder bei dem Gitarristen von BLACKMOON, der hatte es auch so ähnlich. Also so einfach halten, wie möglich, um noch viel von mir selbst zu erhalten.

Kannst du dir vorstellen, komplett ohne optische Inszenierung ein Konzert zu spielen?

Nein! Wenn ich bei anderen Bands mal ein Feature mache, was manchmal vorkommt, dann bringe ich natürlich nicht die Bühnenerscheinung meiner Band ein.

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