Interview mit Rosa Faenskap zu „Ingenting Forblir“
Was gibt euch „Klarhet i kaos“? Anders gefragt: Was hilft euch persönlich, zur Ruhe zu kommen?
Emil: Für mich ist Musik die verlässlichste und effektivste Form des Eskapismus. Seltsamerweise bedeutet das nicht, Musik zu hören – das stresst mich eher, wenn ich ohnehin schon schlecht drauf bin. Aber Musik zu schreiben lässt mich alle Sorgen vergessen und versetzt mich in einen wunderbaren, meditativen Zustand.
Håvard: Anders als Emil hilft es mir meistens, bestimmte Musik zu hören, um zu entspannen. Ich kann komplette Black-Metal-Alben hören, um einzuschlafen, und Ambient-Musik fühlt sich an, als würde sich der Herzschlag verlangsamen. Ziellos auf meinem Instrument zu improvisieren ist ebenfalls eine großartige Möglichkeit, mich von meiner Umgebung abzukoppeln.
Anders: Ein kaltes Bier hilft am besten.
Die Songs auf „Ingenting Forblir“ erzeugen sofort starke Bilder in meinem Kopf. Wie würdet ihr das Album visuell beschreiben? Welche Bildwelten verbindet ihr damit?
Emil: Das freut mich sehr, genau das wollen wir erreichen! Ich habe das Albumcover sowie die Single-Artworks selbst gestaltet. Ich denke, sie spiegeln meine persönliche Visualisierung der Platte sehr gut wider: geisterhafte, verstörende, surrealistische Figuren, kombiniert mit düsteren, dunklen Naturlandschaften.
Ihr verwendet kein Corpsepaint oder ähnliche Stilmittel des Genres mehr. Passt das einfach nicht zu euch – oder findet ihr es ein bisschen albern?

Emil: Ich glaube, vor allem sind wir einfach nicht so. Wir möchten authentisch wir selbst sein, und Corpsepaint, Nägel usw. würden sich wie ein Kostüm anfühlen – wie etwas, hinter dem man sich versteckt. Es wirkt außerdem wie ein Versuch, die Vergangenheit zu reproduzieren. Wir haben großen Respekt vor der Old-School-Ära des Black Metal. Aber um das Genre weiterzuentwickeln, sollten neue Bands ihre eigene Identität finden.
Mit „Bygg Til Himmelen“ habt ihr einen sehr kraftvollen Song. Habt ihr ein Konzept von Himmel – oder glaubt ihr an Himmel und Hölle?
Emil: Nein. Der „Himmel“, von dem wir in dem Song singen, ist rein metaphorisch gemeint. Er steht für die endlose, gewaltsame Gier von Kapitalisten und Kolonialisten, die die Arbeiterklasse in die „Hölle“ schicken, um sich ihren eigenen „Himmel“ zu errichten.
Gab es einen Song auf „Ingenting Forblir“, der euch besonders leicht von der Hand ging – der sich fast von selbst geschrieben hat?
Emil: Oft feilen wir sehr lange an Riffs und Texten, bevor daraus ein fertiger Song wird. Bei „Den svake mannen“ war der Prozess jedoch relativ unkompliziert. Emil schrieb das komplette Instrumental mehr oder weniger an einem Abend. Anders hatte den Text bereits fertig. Wir haben beides zusammengeführt – und der Song war fertig.

Was sind eure Pläne für die Zukunft? Wird man euch bald live in Deutschland sehen können?
Emil: Ich hoffe es sehr! Ich bin halb Deutscher, meine Mutter kommt aus Speyer. Es ist einer meiner Lieblingsorte auf der Welt. Ich hoffe, wir können dort in naher Zukunft spielen, damit ich Håvard und Anders die Stadt zeigen kann! Und wenn Wacken Open Air uns buchen möchte, spielen wir natürlich sehr gerne dort.
Håvard: Diesen Frühling spielen wir einige Konzerte in Norwegen und Schweden. Konkrete Pläne für Deutschland haben wir noch nicht, aber ich würde es sehr lieben, dort bald aufzutreten!
Zum Schluss: Welche aufstrebende Black-Metal-Band – außer euch selbst – würdet ihr empfehlen?
Håvard: GLIMT und BAPHY. Nicht mehr ganz neu, aber wir möchten auch unseren Freunden von SIBIIR und WITCH CLUB SATAN einen Shout-out geben!
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