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Interview mit The Screenshots zu “2 Millionen Umsatz mit einer einfachen Idee”

Also lass uns festhalten, es ist die Dreistigkeit, die manchmal fehlt, um Pop zu machen und Kohle zu schaffeln.

Kurt Prödel: Genau. Und darum beneiden wir sie. Unironisch.

Sie nerven wie Sau und singen den Refrain noch achtmal. Bei eurem Lied “Snacks” ist es aber auch so. Man hört den Song einmal aktiv und dann noch achthundertmal passiv im Kopf. Ihr seid also auf einem guten Weg. Einfach weiter nerven und allen richtig auf den Sack gehen.

Kurt Prödel: Oder einfach mal ohne mehrere Ebenen, einfach sagen, was gemeint ist. Zum Beispiel: Ich habe gute Laune. Und dann aber auch ernst gemeint.

Susi Bumms: Songs ohne Ebenen gibt es aber in allen Genres, das ist ja keine Eigenheit von Pop.

Dax Werner: “Snacks” befasst sich mit einem Grundkonflikt, der im Refrain beschrieben wird, den jeder kennt (alle lachen). Viele unserer HörerInnen aus dem echten Leben kennen das und können eine gewisse Anschlussfähigkeit herstellen. In der Auswertung haben wir dann gemerkt, dass der Refrain noch eine Spur zu sperrig ist. Bisschen wie bei Milchglas, aber wir sind auf dem Weg.

Dein Tanz im Video irritiert etwas. Ich hätte mir eine Person gewünscht, die auf einem Berg Süßigkeiten sitzt und einfach wahllos reinstopft.

Dax Werner: Das Video entstand eine Minute, nachdem wir den Song gemacht hatte. Kurt hat eben das Wort angepowert benutzt und da waren wir auch richtig angepowert. Vor allen Dingen ich und Kurt hat dann einfach mit dem Handy draufgehalten. Und am Ende hat mich das als Konzept überzeugt, weil uns auch nichts Besseres mehr eingefallen ist.

Aber da habt ihr auch erst das Video gemacht und danach das Konzept?

Susi Bumms: Das Konzept wurde angepasst.

Bei “Wir lieben uns und bauen uns ein Haus”, da sehe ich auch keinen doppelten Boden. Ist das ok oder zieht man sich dann einen aus dem Ärmel?

Dax Werner: Ich mag ihn genau deshalb, weil er ein ehrliches Gefühl transportiert. Es gibt ja dieses Meme, mit dem man sich über die Klassenkameraden lustig macht, die eben nicht nach Köln, Berlin oder Hamburg gezogen sind und stattdessen ein Reihenhaus bauen. Aus Selbstschutz macht man sich über die lustig, aber irgendwie steckt in dem Song der Gedanke drin, dass es auch ok ist, wenn man eine Familie gründet und ein Haus baut. Man kann auch trotzdem ein guter Mensch sein (lacht).

Kurt Prödel: Was ist, wenn die recht haben?

Wäre auch ein guter Albumtitel gewesen oder ein Name für die Tour.

Kurt Prödel: Was ist, wenn’s wahr ist?

Ne, das klingt schon wieder eher nach Attila. Der hätte vorhin auch gut in die Reihe Lindner und Trump einfügen können. Man kann es sich nicht besser ausdenken.

Kurt Prödel: Und auch gar nicht parodierbar, kein South-Park-Charakter. Wenn man sich den Inhalt mal rauspickt, einfach nur die Figur. Ein veganer Koch mit Kochprogramm fährt einen knallgrünen Porsche mit seinem Energie-Drink aufgedruckt und stürmt den Reichstag. Was ist das für ein Setup? Das schreibt doch kein Autor der Welt. Vom Charakterdesign her geht es das eher in Richtung Marvel-Bösewicht, komplett irre (lacht).

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