Lest die Review zur EP "Gloria" von IRIST bei krachfink.de

Irist – Gloria – Review

Die südamerikanische Metalband IRIST fand 2015 zusammen, mit “Gloria” legen sie jetzt eine neue EP über Nuclear Blast vor. Die tatsächlichen Einflüsse sind schwer zu greifen. Wir haben einerseits die Wucht des Deathcore, aber auch klassische Death Metal Nuancen und extremen Ausschläge, etwas post-metallische Einschübe und das alles aufgesetzt auf einer – natürlich – sehr dystopischen Stimmung, umrandet von entsprechenden Texten.

Der Gesamteindruck zählt

“Gloria” von IRIST sollte man unbedingt als zusammenhängenden Zyklus verstehen. Alles greift ineinander und die Band legt offensichtlich mehr Wert auf den Gesamteindruck, weniger auf die singuläre Strahlkraft einzelner Songs. So stehen wir mit dem eröffnenden Titelsong zwar mitten im Geschehen, die Band gönnt uns keine zaghafte Annäherung, sind umgebend von komplexen und stark atmosphärischen Gitarren und eindringlichem Gesang.

Aber so richtig Struktur hat das, für sich alleine gesehen, nicht. Auch im weiteren Verlauf bremsen sie immer wieder ab und irritieren, immer mit der Möglichkeit alles ins Bodenlose zu stürzen oder melancholisch-harmonisch auslaufen zu lassen.

Altbekanntes, neu zusammengewürfelt

Nachvollziehbar wird es eigentlich erst mit “Surging Ablaze”, IRIST setzen sich irgendwo zwischen GOIJRA und LAY SIEGE. Unterschiedliche Referenzen, die aber beide unterstreichen, dass das, was hier passiert, nicht wirklich neu ist. Aber gerade das stampfende Finale des Songs zeigt, dass das nicht per se negativ ausgelegt werden muss. Gleiches gilt für “Watchful Eyes”, bekannte Strukturen, neu und gut interpretiert. Besonders das Drumming setzt hier Akzente, entkoppelt IRIST von der Idee eine simple Band zu sein.

Theoretisch ist das ein sehr fulminantes Ende, bei dem die Band über zwei Minuten ein dramatisch anschwellendes Feuerwerk entfacht, das in schönem Kontrast mit dem schon fast black-metallischen Gesang steht. Emotional wirklich anzuknüpfen, fällt (mir) mitunter schwer, da die eigene Handschrift noch nicht wirklich erfassbar ist.

Mehr Druck im Sound

Die EP “Gloria” könnte noch einige Kniffe im Hinblick auf den Sound benötigen, gerade weil der Stil von IRIST sich so vielfältig zusammensetzt. Während die flächigen Parts gut abgebildet werden, könnten die brachialen deutlich mehr Druck vertragen. Denn da das Songwriting einfach fernab von üblichen Strukturen stattfindet, gibt es wenige Ankerpunkte, die man auf Dauer verfolgen kann. Um aber auf den eingangs erwähnten Gesamteindruck einzugehen; der ist durchaus positiv.

Dauer: 21:44
Label: Nuclear Blast
VÖ: 16.09.2022

Tracklist “Gloria” von IRIST
Gloria
Heal
III
Surging Ablaze
Watchful Eye

Artikel, die Dich interessieren könnten:
WHITE STONES – Dancing Into Oblivion
STAKE – Love Death and Decay
BRUTUS veröffentlichen neuen Song “Liar”
GHOST BATH – Self Loather
BELPHEGOR – The Devils 
VOMIT FORTH – Seething Malevolence
KRISIUN – Mortem Solis
COHEED AND CAMBRIA – Vaxis II: A Window Of The Waking Mind 
GOJIRA – Fortitude
HIPPOTRAKTOR – Meridian
Until The Light Takes Us – Review zum Film
OAR – The Blood You Crave
TUNIC – Exhaling
PART CHIMP – Drool
Interview mit Dave von ABRAHAM zum Album “Débris de mondes perdus”
DITZ – The Great Regression
SYLOSIS – Cycle Of Suffering
SPOIL ENGINE – Renaissance Noir
VILDHJARTA – Måsstaden Under Vatten
Interview with Jeff from HIROE about the album “Wrought”
PLAYGROUNDED – The Death Of Death
LLNN – Unmaker

IRIST bei Facebook

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.