Kelly Mullen – Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste – Review
Mit ihrem Krimi „Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste“ trifft die Autorin Kelly Mullen den Nerv von unterschiedlichen Genrefans. Während das Setting absolut klassisch ist – ein eingeschneites Herrenhaus und mehrere dort festsitzende Tatverdächtige – ist das Ermittlerduo herrlich untypisch. Mimi bittet ihre Enkelin Addie, sie zu einem Treffen zu ihrer reichen Nachbarin Jane zu begleiten. Die Tatsache, dass sie erpresst wird, lässt sie wohlwissend weg. Noch dazu hatten die beiden vor Kurzem einen Streit, sodass deren Verhältnis sowieso angekratzt ist.
Klassischer Krimizauber mit modernen Anklängen
Als Leserin oder Leser ist man mit „Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste“ von Kelly Mullen sofort mitten im Fall. Das Brettspiel Cluedo, Agatha Christie oder moderne Serien wie Only Murders in the Building kommen einem sofort in den Sinn. Man weiß umgehend, dass etwas passieren wird, aber eben eher klassisch gut (konstruiert) und kein Splattergemetzel. Die Charaktere sind gerade scharf genug gezeichnet, dass man seinen eigenen Vorurteilen erliegt oder angenehm im Dunkeln tappt. Für kühle Herbsttage ist „Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste“ bestens geeignet. Die Kapitel sind gut strukturiert, enden meistens mit einem Cliffhanger, sodass man sofort weiterlesen oder den Faden auf jeden Fall später wieder aufnehmen möchte. Die Klappentexte scheinen etwas lieblos, dafür finden sich im Inneren schöne Zeichnungen von den Beteiligten.
Das Herrenhaus als Bühne
Die rüstige Mimi hat natürlich ganz andere Möglichkeiten als ihre Enkelin, die Entwicklerin des Online-Detektivspiels Murderscape. Beide spielen ihre Trümpfe und Vorzüge aus und kommen so gemeinsam ans Ziel. „Die Einladung – Mord nur für geladene Gäste“ von Kelly Mullen liest sich locker und mutet gleichzeitig filmisch an. Das Herrenhaus, die Umgebung mit den Geheimgängen, die zahlreichen geheimnisvollen Räume und alle skurrilen Teilnehmenden prägen sich schnell ein. Man wähnt sich beinahe selbst dort. Das Vermengen von klassischen Elementen und der Moderne ist bestens gelungen und wirkt nicht anbiedernd. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse, und um des Rätsels Lösung wirklich zu blicken, muss man nochmals zurückblättern und die Fäden zusammenführen.
Seiten: 400
Verlag: Rowohlt
ISBN-10: 3499016400
ISBN-13: 978-3499016400
VÖ: 16.09.2025
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