La Petite Mort / Little Death – DISCO II – Monomyth – Review
Man braucht eigentlich noch keinen Ton von LA PETITE MORT / LITTLE DEATH gehört zu haben: Ein Blick auf die Tracklist, den unnötig komplizierten Namen und obendrauf Querverweise zu FALL OF TROY und gezähmten Versionen von LITURGY und IMPERIAL TRIUMPHANT schaffen schon einen guten ersten, verwirrenden Eindruck. Artcore wäre zu scharf für die 17 Kompositionen, die man auf „DISCO II – Monomyth“ findet, Indie deutlich zu zahm, Sasscore, Screamopop und Mathrock treffen es tatsächlich ganz gut.
Die Assoziation Disco trifft zwar nicht auf die Diskothek zu, aber zumindest zaghaft auf den tanzorientierten Musikstil. LA PETITE MORT / LITTLE DEATH zünden schon ordentlich Hummel im Hinter, die Fülle an scheinbar wild umherschwirrenden Tönen ist durchaus anregend, wenn auch eher zu Zuckungen.

Sound im Dauerumbau
„DISCO II – Monomyth“ von LA PETITE MORT / LITTLE DEATH kann aber auch anders. Es wird gestampft, sanft gepustet und vor allen Dingen klingt die Platte richtig nach Arbeit. Tonfolgen werden emsig montiert, wieder umgebaut, hart umgeleitet und alles ist mit Schmackes und Druck gespielt und gebannt. Es gibt Momente, die zugänglicher sind, aber überwiegend wirkt „DISCO II – Monomyth“ übersteuert, nascht aus beinahe jedem Topf und kann von nichts genug bekommen. Fast nichts wird pur oder konventionell durchgewunken, mindestens verzerrt oder unvorhersehbar in der vermeintlichen Struktur gebrochen. Dass so was aus Köln und Frankfurt kommt und eben nicht aus London oder New York City, liegt nicht auf der Hand.
Kein kleiner Tod, sondern viele Comebacks
„DISCO II – Monomyth“ von LA PETITE MORT / LITTLE DEATH fühlt sich nicht nach Tod an. Noch nicht mal nach einem kleinen (und auch nicht nach der sexuellen Bedeutung von La petite mort), sondern eher wie tausend funkende Wiederbelebungen. Dabei sind die Instrumente eher konventionell, kein Hydraulophon und keine Stalaktiten-Orgel, stattdessen ein paar Effekte, Gitarre, Bass und Schlagzeug. Auf die einzelnen Achterbahnfahrten einzugehen, die Steffen, Jan und Paul anbieten, lohnt sich kaum. Vieles wird abgebrochen, dann, wann es der Band genehm ist, aber die besten Szenen sind die, in denen die Band die Tüte aufbläst und unvorbereitet platzen lässt.
„DISCO II – Monomyth“ von von LA PETITE MORT / LITTLE DEATH klingt am Ende weniger anstrengend, als man meinen würde, schnell kristallisieren sich Anker und Widerhaken, an denen man sich orientieren kann.
Dauer: 47:48
Label: D.I.Y.
VÖ: 13.02.2026
Tracklist „DISCO II – Monomyth“ von LA PETITE MORT / LITTLE DEATH
Monomyth
Erleuchtung garantiert
Puranetto Romio
L’envie de plonger
Die Welle war mein Leben
B.Talent II
(Oh) My Sirenhead
Sinfonie Nr. 6, D-Dur, F842, „Der Akazienbaum“
Le Seuil
Miracle Blade III
Thanks Osa
Scremo Sukz
Meine Tante im Rückspiegel
The Beginners Guide
Cu Cu
Meine Tante im Glas
Bonus Track – Max Math Explosion
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VERDERVER – Weltunter
THANK – Thoughtless Cruelty
MONOSPHERE – The Puppeteer
THE HIRSCH EFFEKT – Der Brauch
FLESIA – Achterbahnekstase
IMPERIAL TRIUMPHANT – An Evening With Imperial Triumphant
BLACK VOID – Antithesis
ÅRABROT – Norwegian Gothic
SOUNDSCAPISM INC. – Afterglow Of Ashes
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