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Less Than Jake – Silver Linings – Review

Als Fan der amerikanischen Ska-Punkband LESS THAN JAKE fühlt man sich mit dem neuen Album “Silver Linings” gleich vertraut. Trotz neuem Schlagzeuger bleibt die Band ihrem musikalischen Stil – und dem festen Plan gute Laune zu verbreiten – treu. Eher unbeabsichtigt greift die Band mit dem aktuellen Albumtitel die weltweite Stimmung auf, Stichwort Impfstoff. Eine kleine, aber nicht unwesentliche Veränderung gibt es aber doch. Erstmals nach mittlerweile 28 Jahren Bandgeschichte, zeigen sich LESS THAN JAKE verletzlicher und beziehen sich in den Texten auch mehr auf ihr Privatleben.

LESS THAN JAKE, 2020

Gute Laune, genau passend geliefert

LESS THAN JAKE halten die Energie auf einem guten Level, brechen aber selten nach oben oder unten aus. Der Gesang – ganz gleich, ob Chris Demakes oder Roger Manganelli die Überhand gewinnen – wirkt selten dringlich oder sogar aggressiv und stattdessen eher poppig und leicht verdaulich. Die fehlenden Extreme sorgen am Anfang von “Silver Linings” dafür, dass schöne Passagen manchmal etwas untergehen und manche Kompositionen in einen zu gemütlichen Trott geraten. “Anytime and Anywhere” ist der erste, vorbildliche Ausreißer. Die Maschine LESS THAN JAKE nimmt Fahrt auf, gerade noch rechtzeitig und auf einmal wird klar, was die tatsächlichen Vorteile von Ska-Punk sind. Einprägsame Basslines, verstärkende Bläser und eine schöne Stop-and-Go-Dynamik, die die HörerInnen aufmerksam sein lässt und echt Spitzen schafft. “The Test” nimmt die gebaute Rampe der guten Laune dankend an und hält das Niveau hoch.

Altbewährte Qualität

Richtig hart wird es auf “Silver Linings” nicht, mal abgesehen von kurzen Spurts, die aber nie wirklich ausarten und immer ins gemäßigte Tempo zurückfinden. Mit dem hüpfenden “King Of The Downside” wird aber bewiesen, dass man auch Dringlichkeit ohne Tempo erzeugen kann. Und man muss das Zeug ja schließlich auch live spielen und wer wird schon jünger? Für die Tatsache, dass (sieben Jahre nach der letzten Platte!) der Song “Dear Me” kein ordentliches Ende hat und stattdessen einfach ausfadet, findet sich spontan keine Erklärung. Inhaltlich hält “Silver Linings” was es verspricht, eine absolute Rückbesinnung auf Beziehungen zwischen Menschen. Ganz gleich, ob als Freunde, Bekannte oder Liebespartner.

Beruhigend erwartbare LESS THAN JAKE-Songs

Die Stimme von Chris Demakes klingt in meinen Ohren immer so, als ob sie einmal durch den Autotune-Filter gejagt worden wäre. Ist aber einfach seine normale Stimme und für manche Fans von LESS THAN JAKE ganz sicher ein wichtiger Baustein des jahrzehntelangen Erfolges der Band. “Silver Linings” geht keine Experimente ein, beackert wird nur das Feld, das man eh schon kennt. Das mag unkreativ klingen, kann aber auch beruhigend sein und letztendlich muss sich nicht jede Band mit jedem Album neu erfinden. Wer also LESS THAN JAKE haben möchte, kriegt LESS THAN JAKE so wie er sie kennt.

Dauer: 36:14
Label: Pure Noise Records
VÖ: 11.12.2020

Tracklist “Silver Linings” von LESS THAN JAKE
The High Cost of Low Living
Lie To Me
Keep on Chasing
Anytime and Anywhere
The Test
Dear Me
Monkey Wrench Myself
King of Downside
Lost at Home
Move
Bill
So Much Less

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