Long Distance Calling – Live at Lichtburg – Review
„Live at Lichtburg“ von LONG DISTANCE CALLING aus Münster untermauert die Tatsache, dass instrumentaler Progrock nachhallt. Während des Hörens wird man gepackt von der Wucht der Töne, von den sanfteren Szenen streifgeschossen und von den heftigen Kanten herausgefordert. So viel zum unmittelbaren Erleben. Viel interessanter ist aber dieses unsichtbare Gefühl, das hinter jedem Song wie eine Leerstelle zurückbleibt.

Zwischen Flirren und Donnern
Alles, was eben noch auf einen niederprasselt, steht nun stumm da und wirkt weiter. So viel zum magischen Part und der interessant anderen Synapsenanregung von instrumentaler Musik generell und LONG DISTANCE CALLING. Mit der Liveplatte „Live at Lichtburg“ legt die Band eine Flut an Geschichten vor, allesamt transferiert in Töne. Wenn Jan zwischen den Songs spricht, erschrickt man kurz und seine Worte wirken beinahe wie Störfaktoren. Der Fokus liegt ausschließlich auf den Platten „Eraser“ und „Avoid The Light“.
Klanggewalten von LONG DISTANCE CALLING live eingefangen
Das Publikum belohnt „Live at Lichtburg“ von LONG DISTANCE CALLING mit frenetischem Jubel zwischen – wohlgemerkt nicht während – den Songs, das wirkt mitnichten störend. Ohne zu überfrachten, erzählen die Musiker mit dem mächtigen „Giants Leaving“ oder dem wechselweise flirrenden oder schmetternden „Hazard“ komplexe Abenteuer. Die Musik schließt einen beim Zuhören komplett ein, gefangen im Kokon fangen die Gedanken an zu fliegen.
Wenn Musik Räume öffnet
„Immunity“ knüpft schön an den gerade neu startenden Hype von Stranger Things an, die Achtzigerjahre-Synthiespitzen kalibrieren auf Achtung, um dann in die Riffs überzuleiten. Fans der Band muss man sicher nicht überzeugen. Aber auch wer die Band noch nicht kennt und um die anregende Kraft von Musik weiß, wird begeistert sein. Der Konzertfilm lohnt sich auf jeden Fall, denn aufgewertet wurde die Atmosphäre mit Lichteffekten.
Ein weiteres Anspielen eines Sinns, der das Erleben des ausverkauften Konzerts auf eine andere Ebene hebt. Während viele Ereignisse unter die Kategorie „muss man dabei gewesen sein“ fallen, ist „Live at Lichtburg“ von LONG DISTANCE CALLING eine konservierte Freude für alle, die nicht dabei waren.

Dauer: 01:27:18
Label: earMUSIC
VÖ: 05.12.2025
Tracklist „Live at Lichtburg“ von LONG DISTANCE CALLING
Enter: Death Box
Blades
Kamilah
Giants Leaving
Hazard
Immunity
500 Years
Eraser
Apparitions
Black Paper Planes
359
Sundown Highway
Out There
Metulsky Curse Revisited
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