Lest die Review zu "Offbeast" von LYVTEN bei krachfink.de

Lyvten – Offbeast – Review

Bands wie LYVTEN, machen mich etwas nervös, was bedeutet der Bandname und was genau ist ein “Offbeast”? Schon ein Blick auf die Trackliste macht klar, das ist Kopfpunk, vielleicht sogar knifflig. Album Nummer drei ist auch gleichzeitig der Einstand des Neu-Sängers und Gitarrist Claudio Kaiser. Schon alleine mit der Kunst, Worte wie “Mucki” unpeinlich singen zu können, hat er sich mehr als qualifiziert.

Gitarren geben den Takt an

Man muss schon sagen, dass die Gitarren bei LYVTEN den Ton angeben. Eventuell liegt das auch an der Produktion? “Offbeast” ist voll mit spitz dominierenden Gitarren, die sich dem Rest häufig schlichtweg die Show stellen und so manchen hymnischen Moment entzaubern. Die Band mahnt vor Gestern und dem neuen Morgen, erinnert an wahre Menschlichkeit und widmet dem polnischen Pädagogen Janusz Korczak, der sich mit seinen Waisenkindern nach Treblinka deportieren ließ, einen ganzen Song. Das Vokabular erinnert manchmal stark an die üblichen Verdächtigen (“Land Unter”), LYVTEN können (und müssen) eine gewisse Prägung nicht verstecken.

LYVTENs können noch viel mehr

Die Gesellschaftskritik auf “Offbeast” trifft nicht immer ins Schwarze, wirkt manchmal etwas zu zahnlos (“Alles Auf Rot”) und könnte mehr Druck vertragen. Vor allem mit dem im Albumtitel versteckten Biest im Hinterkopf. Dem gegenüber stehen dann aber wieder grandiose Nummern wie “Hochzeitsmarsch” oder “Digitaler Dreck”. Plötzlich scheint das Quartett dann wie eine Wand zusammenzurücken, überzeugt mit Flächen und agilem Drumming.

Erst im letzten Song (“Schwallart”) brechen alle etwas aus, tänzeln abseits der ausgetretenen Pfade. LYVTEN, traut euch, da geht noch viel mehr! “Offbeast” schwankt also, wer aber beide Tricks – Midtempo und druckvoll – mag, wird mit LYVTENs Neuer schon jetzt Spaß haben.

Dauer: 33:55
Label: Kidnap Music
VÖ: 01.04.2022

Tracklist “Offbeast” von LYVTEN
Mucki
Jeden Tag ein Bild
Alles auf Rot
Momente
Hochzeitsmarsch
Land unter
Digitaler Dreck
Dom Sierot
Kein Jubel
Die Angst kommt zu Besuch
Schwallart

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