Maffai meets The Krimis – Split Tape – Review
Kommissar MAFFAI übernehmen Sie! Warum erscheint ihre MC mit THE KRIMIS an einem Mittwoch und nicht, wie normalerweise üblich, freitags? Na ja, sei es drum. Viel werden sich schon fragen, was der seufzender Melo-Synth-Punk (geht ok so, oder?) mit dem nölenden Post-Punk von THE KRIMIS zu tun haben könnte. Am Ende ist es auch egal, so ein Tape ist eine gute Gelegenheit andere Musik kennenzulernen und alles unter dem Genre „gute Mucke“ zu summieren.
Ironisch oder selbsterfüllend?
Den Song „Crush“ von MAFFAI kennt man schon, er handclapt sich lässig nach vorne und Sänger Mike schlägt Kanten in den fluffigen Punk. Der, also der Punk, bricht sich im folgenden „Schlangenlinien“ durch den angriffslustigen Gesang, von dem man sich trotz aller bemühter Harmonie immer angeschrien fühlt. Die Idee, mehr mit griffigen Hook zu arbeiten, steht den Nürnbergern grundsätzlich gut. Irgendwie scheint rein stilistisch weiterhin alles offen zu sein und in welche Richtung sich die emotionalen Herz-Frust-Abklatsche entwickeln.
Die Instrumente dürfen sich aber zukünftig gerne (wieder mehr) trauen und den Gesang etwas kreativer umschwirren, statt ihm nur eine sichere Flanke zu bieten. Kein Scherz, da geht mehr Bewegung. Gerade „16:9“ hätte mit der Eskapismus-All-Thematik eine optimale Rampe geboten.
Wir raffen halt einfach so gar nichts voneinander
THE KRIMIS mäandern sich etwas verhalten mit „Autobahn“ aus der Deckung. Jetzt ist Storytime, wieder irgendwas mit Job und scheiße, Frust und geht mir alle aus den Augen. Kann man nicht oft genug bringen. Im Vergleich zu MAFFAI, ist hier das Übergewicht von Musik und Gesang angebracht. Die Instrumente sollen in erster Linie ein Gefühl abfangen, das tun sie, aber die Macht über jegliche Akzente behält der Sänger. Selbst wenn man Englisch nur so mäßig versteht, dann wird schnell klar, dass die Diskrepanz der Qualität in den Texten groß ist.
Gerade wenn uns eine Floskel wie „we are what we eat“ irgendwie zu banal erscheint, dann ergibt sich im weiteren Verlauf noch ein tieferer Zusammenhang („…television nutrition“). THE KRIMIS umschiffen auf jeden Fall jede Nonsenfalle, was ja bei so großen Sprachanteil schnell mal passieren kann.
In den letzten 15 Sekunden zeigen THE KRIMIS, was bei ihnen, so rein im Hinblick auf sich entfaltende, melodische Ankerpunkte, möglich wäre. Weitet das doch mal auf Songlänge aus. MAFFAI meets THE KRIMIS ist auf jeden Fall eine gelungene Zusammenarbeit, mit einem schönen detaillierten Design und als Snack für dazwischen – oder Anschnapper für die weiteren Veröffentlichungen – durchaus geeignet.
Dauer: 17:08
Label: Kidnap Music
VÖ: 14.12.2022
Tracklist MAFFAI meets THE KRIMIS
Crush
Schlangenlinien
16:9
Autobahn
Culinary Adventure
Pivot
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