Mantarochen – Wellness Ward – Review
Das Leipziger Duo MANTAROCHEN kommt mir mit seiner EP „Wellness Ward“ zum ersten Mal unter. MANTRAOCHEN hätte als Bandname für diesen herrlich dichten Cold Wave, der enorm mit der Atmosphäre der Achtzigerjahre korrespondiert, auch gut gepasst. Trotzdem sind die fünf Lieder keine pure Hommage oder affektiertes Zitieren eines vergangenen Sounds. MANTAROCHEN führen in ihren introspektiven Songs viele Fäden zusammen. Dichter Post-Punk ist einer der dicksten davon, aber auch ein Hauch poetisch-düsterer Sprechgesang im Sinne von ANNE CLARK findet sich wieder. Und natürlich eine ganze Menge Eigenes, wie auch eine enorm verlangsamte Version von Shoegaze.

Unbehagliche Wellness mit Blick nach vorne
„Wellness Ward“ gelingt es sogar, etwas angenehmes Unbehagen zu etablieren. Eine Begleiterscheinung, die viele Bands, die die Protagonisten der Szene zitieren möchten, nicht hinbekommen. Musik und Gesang arbeiten zwar ähnlich träge, man könnte sagen angenehm schnarchig, aber vor allem oft angenehm gegeneinander. Auf einen offen angeschlagenen und enorm nachhallenden Akkord setzen MANTAROCHEN eine komplette Zeile; diese Konter sorgen für Spannung.
Kurioserweise ziehen sie gerade in „Bored To Death“ den Takt an und kommen im Finale richtig in Fahrt. „Wellness Ward“ steht hier so passgenau zwischen gestern und heute. Dynamisch und ausreichend energetisch treiben MANTAROCHEN zwar nach vorne, verharren aber dank des Basses doch auf der Stelle. Dadurch entsteht ein interessantes, düsteres Perpetuum mobile, dem man stundenlang zuhören könnte. Eine Wellness, die man sich jederzeit mal gönnen kann.
Dauer: 14:25
Label: It’s Eleven Records
VÖ: 26.06.2026
Tracklist „Wellness Ward“ von MANTAROCHEN
Hotel Hell
Better Than It Seems
Soft Collapse
Seperate Ways (Song bei Bandcamp hören)
Bored To Death
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