Lest die Review zu "Malign Hex" von MEAT WAVE bei krachfink.de

Meat Wave – Malign Hex – Review

Das amerikanische Trio MEAT WAVE kommt auf seinem neuen Album “Malign Hex” schnell zum Punkt und demonstriert alle verfügbaren Stärken. Es ist beeindruckend, was sie ausgehend von dem eigentlich engen Genre-Dreieck (Post-Punk, Noise und Indie) alles zaubern können. Die Texte pendeln wieder zwischen zynisch, witzig und erschreckend pointiert und aussagekräftig im Hinblick auf ihr politisches Verständnis.

Was MEAT WAVE schicken, hat diesen ganz besonderen Charme, den nur Trios erzeugen können. Alles schmeckt, riecht, klingt und fühlt sich nach ihrer ganz speziellen Ur-Suppe an. Nicht selten wähnt man sich mit den Dreien im Proberaum, zwischen leeren Bierdosen und mit dem dringenden Bedarf, mal wieder zu lüften.

MEAT WAVE 2022, Photo by Patrick Houdek

Unaufdringliche Bedrängung

Man fühlt sich immer angenehm bedrängt von MEAT WAVE und im Falle von “Malign Hex” besonders hermetisch in einem dichten Kosmos gefangen. Die Band mischt sich immer sehr paritätisch ab, was sie mächtiger und uns kleiner macht. Worauf man sein Augenmerk legt, wird uns also nicht vorgeschrieben und dementsprechend sind es keine Slogans, die man zwangsläufig mit erhobener Faust skandiert. Es kann auch ein besonders renitenter Basslauf sein oder eben stoisches Drumming, beides erzählt die Geschichte im Subtext mit.

“Waveless” und “Honest Living” sind wohl das, was man die Hits von “Malign Hex” nennt, einfach, weil sie besonders handzahm sind und griffiger, als die anderen Kompositionen. Sänger und Gitarrist Chris Sutter, Schlagzeuger Ryan Wizniak und Bassist Joe Gac wären mit Sicherheit in der Lage, einen radiotauglichen Hit aus dem Ärmel zu schütteln, frönen aber lieber ihrer kreativen, subversiven Haltung.

Roher und direkter

Ihre großen Momente haben MEAT WAVE aber in den ruppigen Momenten, wenn sie auf Gesang verzichten und die Instrumente übernehmen lassen. Atmosphärisch sind wir hier auch eher bei dem Album “Delusion Moon”, also alles etwas abgesplittert, mit Mut zur Grobheit und weniger geschliffen und offensichtlich. Selbstredend kommen einem bei “10K” gleich die HOT SNAKES in den Sinn. Aber letztendlich müssen MEAT WAVE nicht auf Zitate zurückgreifen, haben längst einen ganz eigenen Stil. Mit dem halten sie nicht lange hinterm Berg.

Ein anderes Verhältnis zu Zeit

Der Opener “Disney” steht stellvertretend für ihren ganz besonderen, auf das Nötigste reduzierte, Druckaufbau. MEAT WAVE gelingt es, einen Song mit der Länge von drei Minuten so zu gestalten, dass man sich mit einem niemals enden wollenden Epos konfrontiert fühlt. Diese eigene Rampe ausnutzend, setzen sie dann mit hitzig gerifften Gassenhauern wie “Honest Living” nach. Melancholie von bestmöglicher Fröhlichkeit umhüllt, getreu dem Motto “dancing with tears in my eyes” fordern MEAT WAVE uns auf. Wer mit diesen beiden Komponenten etwas anfangen kann, entdeckt diese in unterschiedlichen Ausprägungen auf “Malign Hex”. Große Experimente gibt es nicht, eigentlich auch keine Überraschung. Lediglich MEAT WAVE in Bestform. Eine herrliche Grundlage für Konzerte, auf denen man sich schnell in einen Rausch tanzen kann.

Dauer: 35:58
Label: Big Scary Monsters
VÖ: 14.10.2022

Tracklist “Malign Hex” von MEAT WAVE
Disney
Honest Living
Ridiculous Car
What Would You Like Me To Do
Complaint
Merchandise Mart
Waveless
10k
Jim’s Teeth
Malign

Artikel, die Dich interessieren könnten:
RONG KONG KOMA – Lebe Dein Traum
LEATHERETTE – Fiesta 
Podcast Folge 80 mit PABST über “Crushed By The Weight Of The World”
WASTED – Modern Lie
PART CHIMP – Drool
SLOW JAMS – Punk Standards
Interview mit CADAVRE DE SCHNAPS zur EP “Unlearning By Doing”
PABST veröffentlichen “Mercy Stroke” vom kommenden Album
KMPFSPRT – Euphorie und Panik
DRUG CHURCH – Hygiene
PUP veröffentlichen “Robot Writes A Love Song”
ANXIOUS – Little Green House
KONTROLLE – 7″
COLD – s/t
DONKEY KID veröffentlicht Video zu “Birdhouse”
Interview mit Sebi von RONG KONG KOMA zu “Lebe Dein Traum”
RADIO HAVANNA – VETO
MAFFAI veröffentlichen Video zum Song “Schieflage”
ACHT EIMER HÜHNERHERZEN – album
THE OFFENDERS – Class Of Nations
VOODOO JÜRGENS – ‘S Klane Glücksspiel
MAFFAI – Zen
Interview mit Daniel von MAFFAI
GUMMO – Pessimist Forever
SLIME – Wem gehört die Angst
AKNE KID JOE – Die große Palmöllüge
LION’S LAW – The Pain, The Blood And The Sword
DAYS ‘N DAZE – Show Me The Blueprints
TRIXSI – Frau Gott
SHATTEN – s/t
Various Artists – The Problem of Leisure: A Celebration of Andy Gill and Gang of Four
RAZZ – Might Delete Later (EP)
THE ARMED – Ultrapop
WILDER. – Bad Bad Luck (EP)
THE BOTS – 2 Seater

MEAT WAVE bei Facebook


Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert