Melvins with Napalm Death – Savage Imperial Death March – Review
„Savage Imperial Death March“, das gemeinsame Album der Noise-Sludge-Legende Melvins mit der Grindcore-Punk-Ikone Napalm Death, bündelt über mehr als vier Jahrzehnte Szeneerfahrung und klingt genauso spektakulär, wie man es sich vorstellt. Einerseits glänzen beide Bands mit ihren Einzigartigkeiten, andererseits haben sie einige Parallelen, die sie ihrem Sound entsprechend unterschiedlich ausspielen. Auch das von Mackie Osborne gestaltete und bewusst überladene Artwork hätte genauso gut zu einem Album von NAPALM DEATH gepasst. Die ritualistische und psychedelische Atmosphäre findet sich auch in den acht Songs wieder.

Kein Anspruch auf schnelle Nachvollziehbarkeit
Wie sich der bewusste Zusammenprall von MELVINS und NAPALM DEATH anhört, lässt sich im fast zehn Minuten langen „Some Kind Of Antichrist“ gut nachvollziehen. Nach einem lässig nach vorne zuckelnden Groovepart, flankiert von King Buzzos einzigartigem Gesang, stürzt sich der Song in einen wahren Höllenschlund und versackt dort mithilfe irritierender Verzerrung. Diese geht schließlich in das eher wie ein Interlude wirkende „Awful Handwriting“ über. Dystopische Synthieflächen mit aufgesetzten Samplefetzen bemühen sich dabei nicht um Nachvollziehbarkeit.
Bewusst gebremste Aggression
Für den Auftakt von „Nine Days Of Rain“ schwingen NAPALM DEATH die Begrüßungskelle. Die vollständige Eskalation wird dem Stück allerdings verwehrt, was die gebremste Aggression noch bedrohlicher wirken lässt. Diese einschüchternde Zurückhaltung ist eine der verbindenden Stärken und macht sich auch in „Rip The God“ bemerkbar.
Eine neue Nische für den finalen Countdown
Mit „Savage Imperial Death March“ bemühen sich MELVINS und NAPALM DEATH weder um Hits noch um die Erweiterung ihrer jeweiligen Live-Sets. Die Platte ist eine pure Spielwiese und ein ergebnisoffenes Ausprobieren dessen, was passiert, wenn sich die Bands kreativ verzahnen. Will man überhaupt von Zugänglichkeit sprechen, dann ist wohl „Stealing Horses“ der zugänglichste Song. Riffs schrauben sich agil aus dem Boden, während Mark Greenway seinen brachial knirschenden Gesang darüberlegt. Die MELVINS-haften Chöre duellieren sich anschließend mit einem entgleisten Solo, das bei beiden Bands stattfinden könnte.
Gemeinsamer Humor blitzt auch am Ende des abschließenden „Death Hour“ durch, als die Synthies überraschend in Richtung EUROPE abbiegen. Ein Album, das nicht nur für Fans geeignet ist und tatsächlich eine neue Nische findet.
Dauer: 39:45
Label: Ipecac Recordings
VÖ: 10.04.2026
Tracklist „Savage Imperial Death March“ von MELVINS with NAPALM DEATH
Tossing Coins Into The Fountain of Fuck
Some Kind of Antichrist
Awful Handwriting
Nine Days Of Rain
Rip The God
Stealing Horses
Comparison Is The Thief Of Joy
Death Hour
Artikel, die Dir gefallen könnten:
MELVINS – Working With God
NAPALM DEATH – Logic Ravaged By Brute Force
QWÄLEN – Veri Virtaa Edelleen
SØSTRE -s/t
ONDT BLOD – Bauta
PREDATORY VOID – Atoned in Metamorphosis
VENOM PRISON – Erebos
Interview mit Matt von PORTRAYAL OF GUILT zum Album “Christfucker”
VERDERVER – Weltunter
IMPLORE – Alienated Despair
NILE – Vile Nilotic
CARNIFEX – World War X
TARGET – Deep Water Flames
CARCASS – Despicable (EP)
CROSSED – Barely Buried Love
DEAFTRAP – s/t
NAPALM DEATH – Throes of Joy in the Jaws of Defeatism
BLESSINGS – Biskopskniven
MELVINS Instagram
NAPALM DEATH Instagram
