monosphere the puppeteer album cover final

Monosphere – The Puppeteer – Review

Es gibt Alben, die von Anfang an Interesse wecken und das Konzeptalbum “The Puppeteer” von der deutschen Post-Progressive-Metalband MONOSPHERE ist so eines. Dass MONOSPHERE schon mit DARKEST HOUR, BREAKDOWN OF SANITY und HYPNO5E die Bühnen geteilt haben, ist ein durchaus passender Querschnitt, um deren Sound zu beschreiben. Noch dazu kommt eine Menge Eigenes und die Umsetzung von spannenden Ideen.

Und auch die Tatsache, dass Schlagzeuger und Komponist Rodney Fuchs im Rahmen einer Begleitarbeit das Album musikwissenschaftlich beleuchtet, spricht ebenfalls Bände. Klingt aber alles auch bisschen nach Fakten und kalkuliertem Handeln, oder? Weit gefehlt, denn gerade die emotionale Komponente hat wesentlichen Anteil an der starken Anziehungskraft von “The Puppeteer”.

MONOSPHERE, 2021

Ein Sci-Fi-Krimi, musikalisch in Szene gesetzt

Die Geschichte von “The Puppeteer” ist sehr ausgereift: Ein Mann wird eher unfreiwillig Teil einer Organisation, die versucht menschliches Verhalten zu kontrollieren. Noch dazu erfährt er, dass seine Frau ihn betrügt, tötet sie, begräbt sie im Wald und erst danach kommt ihm in den Sinn, dass seine Frau von der Organisation, für die er arbeitet, manipuliert worden sein könnte. Die ersten sieben Songs erzählen uns MONOSPHERE aus der Geschichte des Protagonisten, Song acht beschreibt den Wendepunkt und von da an wechseln wir in die Perspektive der Ehefrau.

Sehr viel Auseinandersetzungspotenzial

Für “I Am In Control, Pt. I” und “The Luminary” haben sich MONOSPHERE Nils Wittrock von THE HIRSCH EFFEKT ins Boot geholt. Wer jetzt aber meint, die beiden Bands in einen Topf werfen zu können, liegt falsch. MONOSPHERE sind, trotz aller durchaus heftigen Djent- und Tech-Metal-Querverweise, sehr organisch unterwegs. Es wird wild über das Griffbrett gejagt, aber im richtigen Moment aufgemacht und der zwischen harsch und klar wechselnde Gesang, sorgt ebenfalls für mehr Echtheit. Die Band hangelt sich an dem Konzept entlang, scheint auch (manchmal) ein bisschen (zu sehr) darauf festgelegt und eventuell auch limitiert.

Sie unterbrechen ihre Attacken oft durch Interludes, die manchmal sogar wieder ein ganz anderes Genre streifen. Ein bisschen Swing, ein bisschen Jazz, grundsätzlich scheint in diesem Konzept eigentlich alles möglich. Trotz mehrerer Durchläufe habe ich aber den Eindruck, das Album noch nicht ausreichend erfasst zu haben. Im Hinterkopf klopft immer der Verdacht, dass hier noch etwas Größeres dahinterstecken könnte.

Anspruchsvolles Werk

Gerade wenn man dann die Geschichte dazu kennt, fällt es allerdings schwerer, die Songs einzeln zu begutachten. Besonders im ersten Drittel wirken die Kompositionen sehr überwältigend und angenehm einkesselnd. Harmonische Funken erscheinen immer wieder unvorhergesehen, verglühen aber schnell und die Strukturen sind sehr vertrackt, was wiederum das Seelenleben der Protagonisten gut spiegelt. Motiviert von Macht und Geld und zurückgedrängt von Moral und Angst, kämpft er dagegen an, sich von den wuchtigen Riffs umhauen zu lassen. “The Puppeteer” von MONOSPHERE ist ein anspruchsvolles Werk, das sich nicht auf den ersten Durchgang erschließt.

Dauer: 39:59
Label: Eigenproduktion
VÖ: 26.11.2021

Tracklist “The Puppeteer” von MONOSPHERE
sheer strings
The Puppeteer
The Luminary
The Disconnect
The Lover
The Verdict
The Marionette
no strings attached
I Am To Blame
I Am In Control, Pt. I
I Am In Control, Pt. II
I Am In Control, Pt. III
I Am In Conflict, Pt. I
I Am In Conflict, Pt. II
I Am In Conflict, Pt. III

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