Nathan Gray - Working Title

Nathan Gray – Working Title – Review

NATHAN GRAY veröffentlicht mit seinem zweiten Soloalbum “Working Title” ein warmes Indie-Rockalbum, mit namenhafter musikalischer Unterstützung – Chris Rakus (BOYSETSFIRE, THE CASTING OUT) und Ben Christo (SISTERS OF MERCY) – im Rücken. Gray ist nicht mehr wütend, er hat gelernt aus seinen Fehlern und reicht seine Erfahrungen gerne an die weiter, die sich aktuell im Zwiespalt befindet. Er singt über innere Kämpfe, über Zwänge und vor allem über die Liebe. Liebe für alle und liebe vor allem, wenn du möchtest!

Meister der Melodien

In “Refrain” schafft NATHAN GRAY eine schon fast festliche Atmosphäre. Man denkt sofort an romantisches Kerzenflackern oder sanft im Takt geschwungenen Feuerzeuge. Aber wenn jemand so zuckrig werden kann, ohne schmalzig und unangehm zu wirken, dann ja wohl Gray. Nicht, dass er bei seiner Hauptband BOYSETSFIRE zu kurz gekommen wäre, aber hier in diesem Rahmen kann sich Nathan Gray nochmal ganz anders platzieren. Er ist noch präsenter, noch klarer und noch nahbarer. Da die Musik ihn häufig eher umrahmt und für sich alleine genommen wenig Höhepunkte bietet, steht er noch mehr im Zentrum und seine Strahlkraft ist noch heller. Beim urigen Titelsong holt er sich noch CHUCK RAGAN ins Boot und viel besser geht es eigentlich nicht.

NATHAN GRAY, 2020

“Working Title” ist ganz sicher kein schnarchiges Album. In “The Marking”, “Hold” und “No Way” zieht das Tempo etwas an und es kommt Bewegung in NATHAN GRAY. Sein Talent für einprägsame Melodien verlässt ihn in keinem Moment, nicht mal für den Bruchteil einer Sekunde. Der Mann hat ein blindes Gespür dafür, wie man Melodien für die Ewigkeit schreibt und dabei ist es vollkommen wumpe, ob geschrubbt oder gestreichelt wird. Allerdings ist nicht jeder Song auf “Working Title” so ein Brüllerhit, dass die 42 Minuten gerechtfertigt wären. “Never Alone” und “The Fall” folgen einem ähnlichen Aufbau und hier hätte man ruhig und gerne (, wenn auch schweren Herzens) einen Zwilling aus dem Boot kicken können.

Lieder, die Mut machen

“Working Title” ist ein ehrliches Album, kein schnulziges. NATHAN GRAY weiß, wovon er singt und er weiß auch, dass beschönigen oder von oben diktieren die Situationen nicht verbessert. Er singt das, was ist und sichert das zu, was er sich wohl selbst gewünscht hätte. Wer übrigens denkt, dass die Fans von BOYSETSFIRE dem Sänger mit seinem Soloprojekt blind folgen, liegt falsch. Orientiert man sich rein an seinen Followern in den sozialen Netzwerken, dann ist er sogar ein verhältnismäßig kleines Licht. Fans von BOYSETSFIRE, die besonders vom Wechsel von rau und weich angetan sind, werden NATHAN GRAY wohl auch etwas zu gerade finden. Mit “Working Title” erschließt sich NATHAN GRAY aber eine ganz andere, neue Zielgruppe. Eine, die die ruhigeren Momente zu schätzen weiß und die Wut wahrscheinlich auch schon länger abgelegt hat.

Dauer: 42:12
Label: End Hits Records / Cargo
VÖ: 31.01.2020

Tracklist “Working Title” von NATHAN GRAY
In My Defense
I’m A lot
Working Title
What About You
Refrain
Still Here
The Marking
Hold
Mercy
No Way
Never Alone
The Fall
Down

Artikel, die Dir gefallen könnten:
SWAIN – Negative Space
SURF CURSE – Heaven Surrounds You
ILGEN-NUR – Power Nap
CLINT LOWERY – God Bless The Renegades
BRIAN FALLON – Local Honey
ATREYU veröffentlichen Video zu “Super Hero”
THE DAMNED THINGS – High Crimes
TIM VANTOL – Better Days
CADET CARTER – Perceptions
THE CASTING OUT – !!! (The Lost Album)

NATHAN GRAY bei Facebook

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.