Lest die Review zu "Was für Land welche ein Männer" von NINAMARIE bei krachfink.de

NinaMarie – Was für Land, welch ein Männer – Review

NINAMARIE melden sich mit „Was für Land, welch ein Männer“ – angelehnt an den EXTRABREIT-Klassiker – zurück. Wenn man bedenkt, dass Thomas Götz (BEATSTEAKS, MUSA DAGH…) und Marten Ebsen (TURBOSTAAT) angeblich nur an Silvester zusammen komponieren, dann stimmt das Ergebnis mit sechs Songs nicht so ganz, denn das letzte Album „Feuer in der Nachbarschaft“ erschien 2013.

Aber sei’s drum, man nimmt ja, was man kriegt. In diesem Fall ist das wieder kreativer deutscher Indie, mit Texten, die manchmal überraschend simpel vom Leben erzählen und dann wieder so vielseitig deutbar sind, dass alle eine andere tiefe Bedeutung in den Zeilen finden können und werden.

Träum dich davon

Mit „Was für Land, welch ein Männer“ bleiben NINAMARIE ihrem Sound treu und erweitern ihn gleichzeitig um einige Facetten. Das Besondere bleibt erhalten: Beide wirken standhaft und in ihrer (musikalischen und textlichen) Aussage ganz sicher. Gleichzeitig hängen beide mit dem Kopf in den Wolken, schließen keine noch so absurde Utopie aus und drücken in jeder Sekunde aus, dass sie sich trotz all dem Schmerz und Abfuck für alle nur das Beste und Schönste wünschen.

Der „Käsejunge“ tanzt angetrieben von strammen Synthietakt aus der Anlage, damit nehmen NINAMARIE den NDW-Vibe der Achtzigerjahre auf und erblühen komplett im Refrain. Hier setzen sich die beiden mit den Ängsten der Jugend auseinander, heben gesellschaftlichen Strukturen auf ein märchenhaftes Level. Die Analogie vom käsigen Jungen und dem König, bezieht sich schlichtweg auf die Gefahr, dass Alte die Jungen in dunkle Zeiten und vielleicht sogar den Krieg schicken. Womit wir wieder bei der Einleitung wären, denn genau das ist eigentlich eindeutig zu verstehen, aber trotzdem maximal verschachtelt.

Die Jahre sind doch eh verloren

„An der Hand“, ein universelles Liebeslied, lässt deutlich erkennen, wo die künstlerischen Übereinstimmungen bei Thomas und Marten liegen. Immer einen Kern herauskristallisieren, übergeben sie ihre Ideen an die Musik. Die wird schon den passenden Ausdruck finden und aus ihnen herauskitzeln. Die vielen Feinheiten, die die beiden aufnehmen, hört man erst nach einigen Durchläufen heraus. Das wunderschöne Artwork greift zwei der vielen Perspektiven von NINAMARIE auf. Ernst und trotzdem behütend steht Marten hinter Thomas, legt ihm die Hand auf die Schulter. Ein Sinnbild für Verständnis und Zusammenhalt. Dieser wiederum steht zwar vorne, hält die Augen aber geschlossen, was als Träumen oder Resignation gedeutet werden kann.

All diese Emotionen laufen in „Was für Land, welch ein Männer“ zusammen. „Es strahlt“, wahrscheinlich der sanfteste Punkrocksong aller Zeiten, schließt das Album ab. Im Grund frohen Mutes blicken NINAMARIE nach hinten, der Blick auf alte Fotos und hin zu vergangen Zeiten macht wehmütig. Alles umsonst, alles verloren? Ich denke nicht. Bei mir treffen die beiden damit einen Nerv, von daher für mich jetzt schon ein Highlight des Jahres.

Dauer: 21:25
Label: Rookie Records/Indigo/The Orchard
VÖ: 17.06.2022

Tracklist “Was für Land, welch ein Männer” von NINAMARIE
Nackt im Spind
Kalenderspruch
Käsejunge
Die Geister
An der Hand
Es strahlt

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