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Not Scientists – Staring At The Sun – Review

Mit ihrem neuen Album “Staring At The Sun” gelingt NOT SCIENTISTS von Fleck weg das, was man sich von einer guten Post-Punk-Wave-Platte wünscht. Man gerät sofort in eine gewisse Stimmung, lässt sich von dezenter Melancholie genauso anstecken, wie von den beinahe schon trotzigen, tanzbaren Momenten. Der konstante Blick ins Sonnenlicht ist tatsächlich und auch im übertragenen Sinne nicht zu empfehlen, zu viel Heiterkeit im eigentlichen Sinne kommt bei NOT SCIENTISTS aber auch nicht vor.

Es geht eher darum, der Düsternis etwas abgewinnen zu können und somit widerwillig, aber trotzdem immer, weiterzumachen. Selbstverständlich immer verhalten in der Hoffnung auf zumindest leichte Besserung oder zumindest auf Erhaltung des Ist-Zustandes.

Latente Heilung

Bei Bands wie NOT SCIENTISTS und einem Album wie “Staring At The Sun” spricht man häufig pauschal von Einflüsse von THE CURE. Aber um THE CURE und ihrem seit 1976 anhaltenden, künstlerischen, vielfältigen Schaffen gerecht zu werden, sollte man das besser präzisieren und kann die Inspiration in diesem Fall mit einer Platte wie “Disintegration” verknüpfen. Und eine Band, die Wave und/oder Post-Punk spielt und nichts mit THE CURE anfangen kann, ist mit Sicherheit sowieso ein Oxymoron. Der Vollständigkeit halber und für alle, die es gerne korrekt haben: THE CURE starrten auf Strand und Meer, nicht in die Sonne.

Der eingangs erwähnte Fatalismus schlägt in Songs wie dem von einer Synthiespirale angetriebenen “Like Gods We Feast” durch, wechselt sich mit der persönlichen Zustandsbeschreibungen ab, in denen NOT SCIENTISTS deutlich werden (“Rattlesnake”, “Downfall”, “Heart Attack”).

Wir sind hier und ihr?

Man kann und darf “Staring At The Sun” als musikalisches Signal verstehen. NOT SCIENTISTS senden ihre eigene Existenz als möglichen Zufluchtsort, aber immer verbunden mit der Frage nach dem Verbleib derer, die hoffentlich ähnlich denken und fühlen. In “Why Do You Do This To Me” wird das sehr schön durch das Zusammenspiel von Bass und Gitarre verdeutlicht, die zwar offensiv aneinander vorbei, aber eben genau dadurch im Einklang spielen. Die vier Musiker als Einheit, sind eine der wichtigsten Waffen der Band. Alles ist sehr dicht arrangiert, man entkommt dem Sound nicht, fühlt sich aber nicht keineswegs bedrängt. Ein Album, dessen Charme, unabhängig von Tages- und Jahreszeiten, überzeugt.

Dauer: 39:40
Label: Kidnap Music / Rookie Records
VÖ: 03.02.2023

Tracklist “Staring At The Sun” von THE SCIENTISTS
Push
Like Gods We Feast
Heart Attack
Why Do You Do This To Me?
Rattlesnake
Standing At The Edge
Secrets
÷8×5
Downfall
Staring At The Sun
Listen Up

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