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Oceanator – Things I Never Said – Review

“Things I Never Said” ist das erste Album der Multi-Instrumentalistin Elise Okusami. Und wer die Musik von ILGEN-NUR oder COURTNEY BARNETT mag, wird sich mit dem lässigen Indierock und dem Lo-Fi-Grunge der New Yorkerin wohlfühlen und kann blind zuschlagen.

OCEANATOR 2020, Foto von Alex Joseph

Alle Höhen und Tiefen

OCEANATOR startet mit einer melancholischen Grundstimmung und stellt viele Fragen. Verglichen mit dem Weltgeschehen, mögen es kleine Fragen sein. Für jede/n Einzelne/Einzelnen können sie die Welt bedeuten. Manche regen zum Weiterdenken an, andere beantwortet sie sich selbst und auf viele gibt es einfach keine eindeutigen Antworten. Es wird viel gezweifelt auf “Thing I Never Said”, aber mindestens genauso viel gehofft. Es geht unterm Strich darum, auch die dunklen Momente zu akzeptieren, um die hellen umso mehr genießen zu können. Musikalisch übersetzt OCEANATOR die eigenen Stimmungsschwankungen sehr detailliert. Zähes Grungeriffing wechselt sich ab mit fröhlichem Schrammeln, tanzbarem Beat oder aus dem Takt geratenen Rhythmen (“Hide Away”). Ganz gleich wie schwermütig es wird, man hat immer die Gewissheit, dass es irgendwann zwangsläufig wieder raus ins Licht geht.

Starke Emotionen, musikalisch übersetzt

Elise Okusami scheint jede Herausforderung anzunehmen, ihre Texte sind einerseits persönlich und bieten trotzdem jedem die Möglichkeit, leicht anzudocken. “I think, I think to much” tönt es in “January 21th”, der Song selbst wirkt wie ein einziger Versuch wach zu werden und Klarheit zu erlangen. Jeder kennt das Gefühl in zähmen Matsch zu waten, wenn sich die gleichen Gedanken immer im Kreis drehen. Das hibbelig wirbelnde “Heartbeat” fängt dann das Kribbeln des Verliebtseins perfekt ein. Die Sicherheit, die einem die Liebe geben kann, sodass man plötzlich komplett loslassen darf. Rein musikalisch könnte das Arrangement von MEAT WAVE stammen.

Heimlich verliebt

Einige Refrains sind überraschend eingängig geraten, spätestens beim zweiten Durchgang kristallisieren sich einige heftige Widerhaken heraus. Trotz eindeutiger Handschrift, bieten OCEANATOR verdammt viel an. Das tanzbare “I Would Find You” überzeugt mit Synthies und einem engmaschigeren Basssound, hier geraten wir schon fast in Gehege von EDITORS. Und im abschließenden “Sushine” wagt man sich tatsächlich ans Licht. Eine träge E-Gitarre scheint den Weg förmlich freizukratzen. “I’m okay on my own”, die ersten Sonnenstrahlen sind dann doch gar nicht so schlimm, wie befürchtet und draußen zu sein kann sogar richtig Spaß machen. Dieser positive Abschluß ist für die HörerInnen extrem befriedigend und bestärkend. Es ist vollkommen in Ordnung zu straucheln, aber am Ende aufstehen ist das Ziel.

“Things I Never Said” von OCEANATOR ist ein Album, in das man sich ganz heimlich und fast unbemerkt verliebt. Der warme Gesang – mal stark und mal zerbrechlich schwach, aber immer massiv präsent – hat eine extreme Überzeugungskraft.

Dauer: 41:57
Label: Big Scary Monsters
VÖ: 28.08.202

Tracklist “Things I Never Said” von OCEANATOR
Goodbye, Goodnight
A Crack in the World
Hide Away
January 21st
Heartbeat
I Would Find You
Walk with You
The Sky is Falling
Sunshine

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