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Ondt Blod – Bauta – Review

Mit „Bauta“ legen ONDT BLOD – eine der spannendsten Sápmi-Hardcore-Bands Norwegens – ihre dritte Platte vor. Dass die kommt, war gar nicht klar, denn satte acht Jahre sind seit „Natur“ vergangen. Umso schöner, dass uns die motivierte Truppe nun wieder durchwirbelt. Weniger melodisch als LÜT, aber deutlich berserkiger als KVERTALK dieser Tage, ziehen ONDT BLOD erst eine Eiswand hoch, nur um sich dann selbst den Weg zur nächsten Lichtung freizubolzen. Ihre absolute Stärke ist es, selbst die groben Elemente so poppig zu prägen, dass sie sich sofort festsetzen.

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ONDT BLOD 2026, Foto von Ole Onstad

ONDT BLOD gehen nie den offensichtlichen Weg

„Bauta“ von ONDT BLOD ist also im besten Sinne hymnisch. Selbstbewusst irritiert die Band mit einem an BODY COUNT erinnernden Ausbruch im sonst sehr folkig angelegten „Finnmarking“. Sänger Aslak Heika Hætta Bjørn ist das Gegenteil von limitiert, weiß ganz genau, welchen Ton er in welcher Situation anschlagen muss. Bei den vielen Schlenkern Richtung Metal geht die Band auch nicht den offensichtlichen Weg.

Während man Black Metal erwartet, zücken ONDT BLOD messerscharfen Thrash. Selbst in dem dadurch hektisch anmutenden Spektrum wirken die harmonischen Refrains nicht aufgesetzt oder fehlplatziert. ONDT BLOD tun nur das, was sie können – und das ist erstaunlich viel. Dementsprechend nimmt „Bauta“ nach einem energetischen Start eine leicht progressive Abfahrt.

Chimäre aus Raserei und Eingängigkeit

ONDT BLOD kreuzen die Rhythmen, verzwirbeln alles, ohne den Druck herauszunehmen. In „Joker Nord“ kreuzen sich die Gitarren, es knirscht und schneidet, die Drums von Håvard Sotkajærvi Rushfeldt trommeln urgewaltig wie ein Jötunn, und nach einem geknüppelten Übergang kippen ONDT BLOD ganz selbstverständlich in einen zuckrigen Refrain. So erschaffen sie eine Chimäre aus Raserei und Eingängigkeit – ein Mischwesen, das sie mit verblüffender Selbstverständlichkeit formen, ohne dass man an den Übergängen oder Kombinationen je Anstoß nähme.

Eine Band, die man kennen sollte

Doch ONDT BLOD können auch mit weniger Gas überzeugen und mit ihren Instrumenten sinnbildliche Gräben aufreißen. Der leicht mystische Einschlag im schleppenden „Máddu“ gibt der Platte „Bauta“ – nicht zuletzt durch die ungewöhnliche Klangmassage des Basses – noch eine zusätzliche Ebene. Der Titelsong schließt die Platte ab, sieben Minuten gönnen sich ONDT BLOD dafür. Hybridität, vermengt mit Wucht, wird hier maximal ausgereizt.

Das Lied durchläuft mehrere Sphären, wirkt wie ein in sich geschlossenes Abenteuer mit mehreren Kapiteln und übertrifft die Erwartungen bei Weitem. Mit ihrer dritten Platte „Bauta“ mausern sich ONDT BLOD von einer interessanten Band zu einer, die man auf jeden Fall kennen sollte.

Dauer: 37:05
Label: Playground Music
VÖ: 13.03.2026

Tracklist „Bauta“ von ONDT BLOD
Intro
AUX
Blodklubb
Finnmarking
Mortal Enemy
Joker Nord
Máddu
Savne Dæ
Flamma
Bauta

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