Plague Vendor By Night Coverartwork

Plague Vendor – By Night – Review

PLAGUE VENDOR kommen mit “By Night” um die Ecke, ein Album, das laut aufgedreht am besten funktioniert. Vier Kerls, die alles auf Rhythmus setzen und euch dazu nötigen, mal wieder die Luftgitarre abzustauben und imaginäre Drumsticks zu wirbeln. Sänger, Brandon, Gitarrist Jay, Bassist Michael und Drummer Luke sind schon lange eng befreundet und über die Jahre wohl erfolgreich zu einer gut laufenden Maschine zusammengewachsen. Gleich vier Songs wurden vorab veröffentlicht und alle tragen die gleiche Handschrift, wenn auch in verschiedenen Ausprägungen. Die Band selbst hatte einen ganz bestimmten Anspruch an das dritte Album, nach der sie ihren Sound ausgerichtet haben. Sänger Brandon wollte, dass es klingt wie “a house that’s falling apart but lit up like crazy”, Mission auf jeden Fall erfüllt.

Blind eingespielte Maschine

Nun muss man zugeben, dass kein Song auf “By Night” die Welt verändern wird und PLAGUE VENDOR sich inhaltlich nicht wirklich weit rauswagen. Im Vordergrund steht tatsächlich der Takt, bei dem man mit muss, der nach vorne geht und immer weiter, weiter und weiter. Alles klingt nach Arbeit auf “By Night”. Arbeit, die Spaß macht und deshalb leicht von der Hand geht. Manches Mal reicht der Band ein catchphrase und kein Song beansprucht deutlich mehr als drei Minuten, warum auch? “Nothing Wrong” und “All Of The Above” würgen sich – wie die meisten anderen Songs – selbst auf dem eigenen Höhepunkt ab. “White Walls” stolpert bewusst ungelenk und wirkt wie ein einziges, warnendes Aufschrecken, während und “Pain In My Heart” versucht den Hörer mit Noise-Wave zu überzeugen. Das sind genau die Irritationen, die es braucht, um PLAGUE VENDOR nicht zu schnell überdrüssig zu sein. Richtig aufgedreht wird dann im skatenden “Snakeskin Boots”- bleibt man bei der Metapher, die die Band selbst gewählt hat, dann fängt das zusammengefallene, aber hell erleuchtete, Haus nun an zu beben.

PLAGUE VENDOR verschreiben sich komplett dem Rhythmus

Beinahe blind werkelt das gut aufgelegt Kleeblatt eine knappe halbe Stunde vor sich hin, setzt Spitzen häufig mit dem unvermittelten Stopp des Beats und anschließender ekstatischer Wiederaufnahme desselben. Gitarrist Jay steuert so manche exotische Sounds bei, wie das seltsame Knarzen in “All Of The Above” oder die doppelte Menge Disharmonie im dunklen Schunkler “Pain In My Heart”. Dafür erhält er jederzeit verlässliche Deckung vom Bassisten. PLAGUE VENDOR scheinen aber jeden Song auf “By Night” einfach fallen zu lassen, wenn er ihrer Meinung nach ausgedient hat. Theoretisch kann man ihn jeden aufheben und einfach weiterspinnen. Aber wie sagt man so schön? Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist, denn besser wird es meistens nicht.

Passt gut zu, …
gut gelaunten Heimwerkern und Heimwerkerinnen.

Dauer: 30:50
Label: Epitaph Records
VÖ: 07.06.2019

Tracklist “By Night” von PLAGUE VENDOR
New Comedown
Nothing’s Wrong
All Of The Above
Let Me Get High \ Low
Prism
White Wall
Night Sweats
Pain In My Heart
Snakeskin Boots
In My Pocket

Artikel, die Dir gefallen könnten:
SIGHTS AND SOUNDS – No Virtue
IDLES – Ultra Mono
DEFTONES – Ohms
ESKIMO CALLBOY – Rehab
BLACK FUTURES – Never, Not, Nothing
SELFISH THINGS – Logos
THE OKLAHOMA KID – SOLARRAY
GHØSTKID veröffentlichen ersten Song “Start A Fight”
ESKIMO CALLBOY – MMXX
ROYAL REPUBLIC – Club Majesty
NORTHLANE – Alien
AUGUST BURNS RED – Guardians
NORMA JEAN – All Hail
PARKWAY DRIVE – Viva The Underdogs
COUNTERPARTS – Nothing Left To Love

PLAGUE VENDOR bei Facebook

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.