Plaiins – Happy Faces – Review
Do you know Schmackes? So drücken wir hier die ungebremste Power aus, die PLAIINS auf ihrem Debütalbum „Happy Faces“ demonstrieren. If you’re happy and you know it, dann riffe und poge dir die Seele aus dem Leib, bis du den Frust abgeschüttelt hast. Die Musik von PLAIINS pumpt herrlich auf, was an den ausbrechenden Kieksern im Gesang und den wunderbar rhythmisch geprägten Szenen liegt. Eigentlich spielt die Band Punkrock, doch mit räudigen Gitarren und Eins-zwei-Action haben deren Songs wenig zu tun.
Es ist vielmehr diese basale Superpower – ähnlich wie sie SOFT PLAY (what mate?!) ballern – und auch Fragmente von Hardcore wurden eingeflochten. Unterm Strich bellen PLAIINS nicht, sind nicht zahm, pflegen aber einen freundlichen Tenor. Es geht mit Volldampf nach vorne, PLAIINS werfen grinsend mit erhobener Faust Konfetti aus dem fahrenden D-Zug.

Keine Verbündete für schlechte Laune
Mit schlechter Laune bekommt man keine Verbündeten – PLAIINS haben das für „Happy Faces“ verinnerlicht. Ihre Inhalte sind mitnichten platt oder schön gebürstet, aber eben wenig dystopisch verpackt. So manches Lachen bleibt einem im Halse stecken – und letztendlich soll Kunst genau das erreichen. Von einem derart eingespielten Team geht in der Regel eine besondere musikalische Energie aus. Dass Chris Reardon nicht nur singt, sondern auch Gitarre spielt, kommt der Dynamik zugute. Die Chorelemente, die der Harmonie zuträglich sind oder die Eskalation befeuern, sind ebenfalls wesentliche Merkmale der Dichte.
In „Be More Animal“ geben sie dem Song einfach auch die nötige Irre und spitzen die Inhalte charmant zu. In Songs wie „Lucky Boy“ flechten PLAIINS allerdings auch eine gewisse Melancholie ein – und zeigen damit eine weitere Facette, das stampfende „C’est La Vie“ versucht sich gleich an einem dramatischen Climax.
Die guten Gründe, um Musik zu machen
Allen Bands, die sich nach der Pandemie gegründet haben und seitdem noch bestehen, darf man schon mal besondere Leidenschaft und Ehrgeiz unterstellen. Château, ihr Lieben! Auch bei PLAIINS herrscht eine ausgewogene Mischung aus Spaß an der Freud und dem Willen, ihre Positionen klarzumachen. Im besten Fall entsteht dadurch ein positiver Effekt für die Gesellschaft. „Amazon Warehouse“ spielt den Kapitalismus einmal durch.
Der Song beschreibt den Alltag derjenigen, die euch den unnötigen Shit zusammenpacken, der dann nur kurz bei euch kickt. Bis die nächste Verlockung ansteht. Man merkt den britischen Einfluss von Chris deutlich in den Arrangements, und trotzdem scheren PLAIINS in den richtigen Momenten aus.
Sie sind eine interessant international klingende Band mit vielen Einflüssen. Mix und Mastering hat Manuel Renner in den Ueberlaerm Studios übernommen. Es ist ihm tatsächlich gelungen, die unterschiedlichen Schwingungen zu einem kraftvoll klingenden Album zu vermengen. Freut euch auf eine freshe Platte, die euch in Stimmung versetzt und sich für Heavy Rotation empfiehlt!
Dauer: 39:29
Label: Long Branch Records
VÖ: 15.08.2025
Tracklist „Happy Faces“ von PLAIINS
Happy Faces
Dirty Fish
Be More Animal
Hotel Biscuits
Amazon Warehouse
Do One
Executive Me
Beef Cake
Sports Bar
Row She Said
C’est La Vie
Special K
Four AM
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