Possesse- Revelations Of Oblivion Artwork

Possessed – Revelations Of Oblivion – Review

Die wahre Sensation an “Revelations Of Oblivion” von POSSESSED ist, mal losgelöst davon, dass nach über 30 Jahren tatsächlich wieder etwas unter diesem Bandnamen veröffentlicht wird, dass das Album wirklich gut geworden ist. Dass Sänger Jeff Becerra das einzige Originalmitglied ist, ist ein wahrer Segen und macht für mich den Reiz von POSSESSED aus. Nachdem die Band mit Thrash Metal gestartet war, wurde sie zu einer der ersten Death-Metal-Bands überhaupt, auch wenn POSSESSED nie den Status von anderen Bands des Genres erreicht haben, sollte man den Namen also kennen. Und überraschenderweise klingt “Revelations Of Oblivion” tatsächlich wie POSSESSED, wovon ja bei der Konstellation nicht zwingend auszugehen war.

Das Warten auf POSSESSED hat sich gelohnt

Nach so langer Zeit darf man sich schon mal ein Intro gönnen, äußerst charmant steigen POSSESSED mit dem atmosphärischen, teil orchestralen “Chant Of Oblivion” ein. Nachfolgend wird dem Hörer dann ein Thrash-Death-Batz nach dem anderen vor den Latz geknallt. Erstaunlicherweise hat es die Band auch in der aktuellen Besetzung geschafft, ihren ganz ureigenen Sound beizubehalten. Selbstverständlich lassen insbesondere die Gitarristen Ernesto Bueno und Rick Cortez die ein oder andere neue Nuance einfließen, aber grundsätzlich gibt es mit “Revelations Of Oblivion” richtig geilen Old-school-Shit, der trotzdem nicht im geringsten angestaubt klingt. Bemerkenswert ist, war und bleibt von jeher, die Intonierung von Jeff Becerra, die sich stark an VENOM orientiert, manchmal direkt mit der Melodie wütet und häufig mit seinem ganz eigenen Takt (“Damned”, “Ritual”) dazwischen grätscht.

Das Drumming erinnert stark an die ersten Alben von BEHEMOTH (“Ritual”), nimmt sich Zeit majestätisch (“Demon”) zu thronen und läuft bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu Höchstleistung auf. Jeff Becerra hat noch dazu, gemeinsam mit Daniel Gonzalez, die Produktion übernommen. Pete Tägtgren hat wirklich gute Arbeit mit Mix und Mastering geleistet, denn das Album brettert ordentlich und klingt sehr gut ausdifferenziert. Das Artwork stammt vom polnischen Künstler Zbigniew Bielak, der auch schon eine ähnliche Illustration für GHOST gestaltet hat.

Possessed by POSSESSED

POSSESSED pflügen zwar einiges um, setzen selbstverständlich auf Schnelligkeit, aber nicht nur. “The Word” verlagert die Gewichtung auf Groove, “Omen” spielt mit Stakkatoriffing und tendiert eher zu klassischem Heavy Metal, “Graven” bietet Walzen und Raserei im Wechsel an und “Abandoned” legt zum Ausgleich noch einen Zahn zu, man sieht die Messer vor seinem inneren Auge auf sich zufliegen. Fast eine Stunde Geballer erscheint erstmal lange, und um ehrlich zu sein, ist es das auch. Es wäre nicht weiter tragisch gewesen, wenn manche Songs schon nach 4 statt nach fast 6 Minuten ins Ziel gelaufen wären. Und letztendlich hätte man die Spieldauer durch Streichung des Intros und des Outros “Temple Of Samael” kürzen können. Aber unterm Strich ist das Album erst dadurch richtig eingerahmt und auf Spur gebracht.

“Revelations Of Oblivion” von POSSESSED ist auf jeden Fall eine Rückkehr, die sich gelohnt hat. Es enthält eine der besten Songs, die ich seit Langem aus diesem Genre gehört habe, hat ein äußerst ansprechendes Artwork und einen Hammersound, greift zu!

Für Leute, die …
wissen, dass man manchmal einfach die Profis ranlassen muss.

Tracklist “Revelations Of Oblivion” von POSSESSED
Chant Of Oblivion
No More Room In Hell
Dominion
Damned
Demon
Abandoned
Shadowcult
Omen
Ritual
The Word
Graven
Temple Of Samael

Dauer: 54:12
Label: Nuclear Blast
VÖ: 10.05.2019

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Nicht weniger erfahren in Sachen deftige Kosten sind MEMORIAM, die Review zu “Requiem For Mankind” findet ihr hier.

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