Rare Americans - RA3 Jamesy Boy The Screw Loose Zoo

Rare Americans – Jamesy Boy The Screw Loose Zoo – Review

Die kanadische Band RARE AMERICANS, die sich ursprĂĽnglich 2018 aus den BrĂĽdern James und Jared Priestner bildete und nun zum Quartett vergrößert hat – veröffentlicht mit “Jamesy Boy & the Screw Loose Zoo” bereits ihr drittes Album. Der Stil ist locker-flockig, wohl am besten als eine entspanntere Version von PUP zu beschreiben, enthält Hip-Hop-Elemente, Indie und Rock.

Was wie eine unberechenbare Wundertüte klingt und sich optisch über Artwork und Video grell und bunt im Comicstyle verkauft, ist weniger chaotisch und unberechenbarer, als es klingt. Im Gegenteil, alles an RARE AMERICANS ist leicht zugänglich, teilweise auch leicht wieder vergessen, aber immer mit einem Augenzwinkern und ein, zwei Spuren zu dick aufgetragen.

Ein bunter Sack Flöhe

Mit der prallen Spieldauer von gut 50 Minuten schöpfen RARE AMERICANS aus den Vollen. Besonders die betont fröhlichen Momente stechen heraus, “Wayne’s World 2” geht sofort ins Ohr und regt zum Mitsummen an. So richtig lange bleiben die Songs da aber nicht haften, RARE AMERICANS empfehlen sich eben eher fĂĽr den Snack zwischendurch.

Das liegt wahrscheinlich daran, dass “Jamesy Boy & the Screw Loose Zoo” genauso vielfältig ist, wie in gut sortierter Zoo. Aber besonders die Rap-Parts klingen gleichförmig und sind meist von zuckrigen (Gitarren-)Loops unterlegt, erinnern stellenweise auch an die spaĂźigen Tage von THE DIRTY NIL. Teile des sehr heterogenen “Pandora’s Box” könnten problemlos auf einem der neueren Alben von ENTER SHIKARI sein…

Theater, Rap, Rock, Pop… sucht euch was aus

Häufig verfallen RARE AMERICANS in eine Art infantile Theaterhaltung und klingen wie eine sehr ambitionierte High-school-SchulauffĂĽhrung (“Mama Bear”). Oder zumindest wie das, was uns die Popkultur ĂĽber diverse Filme vermitteln möchte (“Something Else Entirely- Demo Version”, “Fuck U Pal”). Dann wiederum klingen RARE AMERICANS wie die unausgereifte Version von VIOLENT FEMMES. Ihr merkt schon, zu viele Referenzen, von Band unbewusst selbst erzeugte und von mir assoziierte. Der musikalische Sack Flöhe basiert zwar auf jeden Fall auf Talent, aber auch auf einer guten Portion Größenwahnsinn.

Leichte ReizĂĽberflutung

Denn ob RARE AMERICANS jetzt unbedingt zwingend jedes musikalische Fass anbohren müssen, sei mal dahingestellt. Die Band scheint einem Instinkt zu folgen, das klingt also angenehm intuitiv, ist aber eben auch für Außenstehende nicht immer komplett nachvollziehbar. Was nicht so schlimm wäre, aber dafür ist das Ergebnis dann auch nicht überraschend oder packend genug. Wäre interessant zu erfahren, was mit etwas mehr Sorgfalt und fest gelegten Zielen herauskommen würde.

Dauer: 50:19
Label: Empire
VĂ–: 19.11.2021

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